TV
Ich war schon ein paar Mal im TV — bei HR "Die Ratgeber", mit einer eigenen Kochstories-Folge und bei Joyn. Das klingt glamourös, ist es aber nicht. Es ist Arbeit. Früh aufstehen, Zeug schleppen, zehnmal das Gleiche erklären, bis der Take sitzt. Was dabei rauskommt und was ich dabei lerne — das findest du hier.
Was TV-Auftritte sind — und was sie nicht sind
Wenn ich sage, ich war im Fernsehen, kommt meistens das gleiche Gesicht. Augen auf, kurzes "Oh wow" — als wäre das irgendwas Besonderes. Und ja, es ist besonders. Aber nicht so, wie die meisten denken. Ein TV-Auftritt ist kein roter Teppich. Kein Glamour-Tag. Es ist ein Arbeitstag — mit Kamera drauf.
Die Formate, in denen ich bisher aufgetaucht bin, sind ganz unterschiedlich: Bei HR "Die Ratgeber" geht es um alltagstaugliche Kochthemen, Tipps und Rezepte, die wirklich jemand zuhause nachkochen kann. Keine Show-Küche, kein abgehobenes Zeug. Dann gibt es meine eigene Kochstories-Folge und Auftritte beim Joyn-Format mit Bernd Zehner — auch dort immer mit dem Anspruch, echt zu bleiben.
Der Unterschied zu Social Media ist riesig. Auf Instagram oder im Blog schreibe ich, was ich will, wann ich will, wie ich will. Beim TV gibt es einen Redakteur, ein Format, eine Sendedauer, und du hast genau so viele Minuten, wie du kriegst. Das zwingt zur Klarheit — was ich ehrlich gesagt manchmal gut finde. Wer mehr über die Meta-Ebene, also das Drumherum von Medienarbeit und Bloggen, wissen will, schaut am besten unter Hinter den Kulissen rein. Hier geht es um den konkreten TV-Tag.
Meine TV-Erfahrungen
Mein zentrales Format ist HR "Die Ratgeber". Das ist eine Sendung, die genau das liefert, was der Name sagt: Rat. Kein Schnickschnack, keine künstliche Dramaturgie, sondern echte Themen, die Menschen interessieren. Ich koche dort Rezepte, die jeder zuhause hinbekommt — mit Zutaten, die es im normalen Supermarkt gibt, ohne Spezialausrüstung und ohne Kochausbildung.
Was ich dabei gelernt habe: Fernsehen ist komprimieren. Alles, was ich in einem langen Blogbeitrag hier ausbreiten kann — Geschichte des Rezepts, Varianten, meine persönliche Verbindung zum Gericht — muss im TV auf zwei, drei Sätze runter. Das ist anstrengend, weil ich viel weglassen muss. Gleichzeitig schärft es, was wirklich wichtig ist.
Was anstrengend ist, sage ich dir ehrlich: Die Wartezeiten. Du kommst früh morgens ans Set, baust auf, wartest, kochst, wartest wieder, nimmst noch einen Take, wartest. Dazu kommen Lichttests, Toncheck, Kameraeinstellungen. Am Ende siehst du im fertigen Beitrag vielleicht vier Minuten. Dafür steckst du einen ganzen Tag rein. Das ist okay — ich finde es sinnvoll — aber wer denkt, TV-Auftritte sind entspannte Plauderrunden, liegt falsch.
Die Kochstories-Folge und das Format mit Bernd Zehner bei Joyn waren andere Erfahrungen — etwas lockerer, mehr Platz für Persönlichkeit, aber ähnlich aufwendig in der Vorbereitung.
Warum ich das teile
Ich rede über meine TV-Auftritte nicht, weil ich mich wichtig nehmen will. Ich rede drüber, weil ich denke, dass viele ein völlig falsches Bild davon haben — was man da eigentlich macht, wie man dahin kommt und was es bringt.
Demystifizierung ist mir wichtig. TV ist nicht für eine bestimmte Sorte Mensch. Es ist kein Club mit Türsteher. Wenn du ein Thema hast, das andere interessiert, und du das verständlich rüberbringen kannst, dann gibt es einen Weg dahin. Meiner hat über Jahre Bloggen, ein klares Thema und irgendwann eine Anfrage von einem Redakteur geführt — kein Geheimrezept, kein Vitamin B aus dem Nichts.
Was andere davon lernen können: Wie sich TV und Blog ergänzen. Der Blog ist mein Zuhause — dort steckt die Tiefe, die ganzen Rezepte, die Hintergründe. Das TV ist die Visitenkarte für Menschen, die mich noch nicht kennen. Beides zusammen funktioniert besser als jedes für sich allein. Ich teile meine Erfahrungen hier, damit du siehst, wie das in der Praxis aussieht — ohne Filter und ohne die Illusion, dass es immer reibungslos läuft.
Häufige Fragen
Bei welchem Sender war Benne Benzing schon im TV?
Ich war hauptsächlich beim Hessischen Rundfunk zu sehen — konkret bei HR "Die Ratgeber". Dazu kommt eine eigene Kochstories-Folge und Auftritte im Joyn-Format mit Bernd Zehner. Kein Daily-Talk, kein Promiformat — immer Kochen und Alltagsthemen.
Was macht Benne Benzing beim HR?
Bei HR "Die Ratgeber" koche ich Rezepte, die jeder zuhause nachkochen kann — einfache Zutaten, klare Schritte, kein Profikram. Das Konzept der Sendung passt gut zu dem, was ich sowieso mache: kochen ohne Schnickschnack und ohne falsche Komplexität.
Wie kommt man als Foodblogger zu einem TV-Auftritt?
Bei mir war es eine Redakteursanfrage — die kommen nicht aus dem Nichts, sondern weil man über Jahre sichtbar ist mit einem klaren Thema. Du brauchst kein Netzwerk aus dem Nichts, aber du brauchst Inhalte, die jemand interessieren. Der Rest ist Glück und Timing.
Wie lange dauert ein Drehtag beim Fernsehen?
Rechne mit einem vollen Tag für ein paar Minuten fertiges Bild. Aufbau, Lichttests, Toncheck, mehrere Takes, Abbau — das zieht sich. Das ist normal und gehört dazu, aber wer entspannte Plauderei erwartet, wird überrascht sein.
Kann man als normaler Mensch auch ins TV?
Ja — ich bin der Beweis. Ich bin kein ausgebildeter Koch, kein Mediamensch, kein Promi. Ich habe einen Blog, ein klares Thema und ich kann erklären, was ich mache. Das reicht als Einstieg. Der Rest kommt mit Erfahrung.
