Bucheckern

Bucheckern

Bucheckern sind die kleinen, dreikantigen Nüsschen der Rotbuche – ein fast vergessenes Wildsammelgut, das im Herbst die Waldböden bedeckt. Mit ihrem feinen, nussig-öligen Aroma waren sie früher ein wichtiges Nahrungs- und Ölfrucht-Mittel. Wichtig: Roh sind sie leicht giftig, geröstet aber eine echte Delikatesse. Hier kommt alles über Bucheckern: Saison, der wichtige Röst-Hinweis, sammeln und Küche.

Fagus sylvatica

Steckbrief

Saison (frisch)
September – Oktober
Botanisch
Fagus sylvatica
Familie / Gattung
Buchengewächse (Fagaceae)
Herkunft / Anbau
Wildsammlung unter Rotbuchen
Aufbewahrung
in der Schale trocken einige Wochen; geschält schnell ranzig
Besonderheit
roh leicht giftig (Fagin) – immer rösten; sehr ölreich (~40% Fett)

Saison-Kalender für Bucheckern

  1. Jan
  2. Feb
  3. Mär
  4. Apr
  5. Mai
  6. Jun
  7. Jul
  8. Aug
  9. Sep
  10. Okt
  11. Nov
  12. Dez

Gerade keine frische Saison – ab September wieder.

Wann Bucheckern Saison haben

Bucheckern haben von September bis Oktober Saison – im Herbst fallen die reifen Nüsschen aus ihren stacheligen Fruchtbechern auf den Waldboden, wo man sie unter Rotbuchen aufsammeln kann. Sie tragen allerdings nicht jedes Jahr gleich viel: In sogenannten „Mastjahren" gibt es besonders reiche Ernten, in anderen Jahren kaum welche.

Meine Rezepte mit Bucheckern

Für Bucheckern habe ich noch kein Rezept hier – aber das kommt. Schau bald wieder vorbei.

Wie gesund sind Bucheckern?

Gut zu wissen

Geröstet sind Bucheckern sehr nahrhaft: Sie haben einen hohen Fettgehalt (rund 40 %, überwiegend gesunde ungesättigte Fette), dazu Eiweiß, Mineralstoffe, Zink und Eisen. Früher wurden sie zu Speiseöl gepresst und als Mehl-Streckung genutzt. Wegen des hohen Fettgehalts sind sie ein guter Energielieferant.

Wichtig: roh leicht giftig – immer rösten!

Geröstet sind sie dann unbedenklich, knackig-nussig und gesund. Kinder sollten überhaupt keine rohen Bucheckern essen.

Bucheckern sammeln und vorbereiten

  • Im Herbst unter Rotbuchen aufsammeln (reife, aus dem Becher gefallene Nüsschen)
  • Pralle, nicht vertrocknete oder schimmelige Nüsschen
  • Harte dreikantige Schale entfernen – darunter der weiße Kern mit dünner brauner Haut (mitessbar)
  • Vor dem Verzehr immer rösten oder überbrühen (Giftstoffe abbauen)

Bucheckern lagern und haltbar machen

In der Schale halten sie trocken einige Wochen. Geschält werden sie durch den hohen Fettgehalt schnell ranzig – geschälte/geröstete Kerne kühl und luftdicht aufbewahren oder einfrieren. Geröstet und z.B. als Bucheckern-Öl oder gemahlen verarbeitet sind sie länger haltbar.

Bucheckern in der Küche

Geröstet vielseitig wie andere Nüsse: als knackiger Snack, als Topping über Blatt- und Obstsalate, im Müsli, über Gemüse und Pasta, in Gebäck und Brot, gemahlen als Mehl-Beigabe, zu Pesto verarbeitet. Ihr feines, nussig-öliges Aroma erinnert an eine Mischung aus Haselnuss und Walnuss. Immer erst geröstet verwenden. Sie passen zu Salat, Honig, Äpfeln, Käse und Gebäck.

Kurioses zu Bucheckern

Bucheckern waren in Notzeiten ein echter Lebensretter: In Kriegs- und Hungerjahren presste man aus ihnen Speiseöl („Bucheckernöl") und nutzte sie als Mehlstreckung – ein einziger großer Buchenwald konnte im Mastjahr tonnenweise Nüsschen liefern. Auch für die Schweinemast waren sie zentral: Schweine in den Wald zur „Eckerich" zu treiben (Mast mit Bucheckern und Eicheln) war jahrhundertelang gängige Praxis. Daher stammt übrigens das Wort „Mast" für die Tierfütterung.

Häufige Fragen zu Bucheckern

Wann haben Bucheckern Saison?

Von September bis Oktober, wenn die Nüsschen unter Rotbuchen zu Boden fallen. In „Mastjahren" gibt es besonders reiche Ernten.

Sind Bucheckern giftig?

Roh sind sie leicht giftig (Fagin und Oxalsäure) und können Bauchschmerzen verursachen. Geröstet oder überbrüht werden die Giftstoffe abgebaut – dann sind sie unbedenklich.

Wie macht man Bucheckern essbar?

Schale entfernen und die Kerne in einer trockenen Pfanne rösten (oder überbrühen). Durch das Erhitzen werden die Giftstoffe abgebaut.

Dürfen Kinder Bucheckern essen?

Rohe Bucheckern auf keinen Fall. Geröstete sind unbedenklich, aber auch dann gilt für Kinder: in Maßen.

Wie schmecken Bucheckern?

Geröstet fein nussig-ölig, etwa wie eine Mischung aus Haselnuss und Walnuss. Ein feiner, fast vergessener Wildnuss-Genuss.

Wie lagert man Bucheckern?

In der Schale trocken einige Wochen. Geschält werden sie durch den hohen Fettgehalt schnell ranzig – kühl, luftdicht oder eingefroren aufbewahren.

Wofür wurden Bucheckern früher verwendet?

Als Speiseöl („Bucheckernöl"), zur Mehlstreckung und zur Schweinemast im Wald („Eckerich"). In Notzeiten waren sie ein wichtiges Nahrungsmittel.

Wozu passen geröstete Bucheckern?

Als Snack, Salat-Topping, im Müsli, über Gemüse und Pasta, in Gebäck und als Pesto – wie andere Nüsse. Sie passen zu Honig, Apfel und Käse.