Kaffeegetränkte Löffelbiskuits, eine Wolke aus luftig geschlagener Mascarponecreme, obendrauf eine dünne Schicht bitteres Kakaopulver: Tiramisu ist einer der bekanntesten italienischen Nachtische überhaupt – und einer der einfachsten dazu. Kein Backen, keine komplizierte Technik, nur gutes Warten. Der Name bedeutet übersetzt „zieh mich hoch“ – und genau das tut ein Löffel davon nach einem langen Tag.
Dieses Rezept ist Folge 21 meiner Serie „Jo Benne, mach mal“ – ihr schreibt mir eure Wunschgerichte in die Kommentare, und ich koche sie nach. Diesmal ging es um einen der beliebtesten Nachtische der Welt.
Tiramisu ist erstaunlich jung: Erfunden wurde es am 24. Dezember 1969 im Restaurant Le Beccherie in Treviso, in der norditalienischen Region Venetien. Alba di Pillo, die Frau des Restaurantbesitzers, entwickelte es zusammen mit Konditor Roberto Linguanotto. Der Name „Tiramisu“ stammt vom venezianischen Ausdruck „tireme su“, was so viel bedeutet wie „zieh mich hoch“ – ein Verweis auf die aufmunternde Wirkung von Kaffee und Zucker in der Creme.
Vor den 1960er-Jahren taucht kein Rezept dafür in Kochbüchern auf – erst 1980 erschien es erstmals in einem italienischen Wörterbuch, zwei Jahre später auf Englisch. Die industrielle Mascarpone-Produktion in der Provinz Treviso ist dagegen schon seit 1933 dokumentiert, was zeigt, wie sehr das Dessert von seiner Herkunftsregion geprägt ist. 2017 wurde Tiramisu offiziell in die Liste der traditionellen Produkte von Friaul-Julisch Venetien aufgenommen – eine späte, aber verdiente Anerkennung für einen Dessert-Weltstar.
Tiramisu im Video
Wie die Mascarponecreme entsteht und die Schichten aufgebaut werden, siehst du hier im Video.
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Mehr InformationenZutaten für dein Tiramisu
Klassische Zutaten, die zusammen die typische Textur ergeben:
- Mascarpone: Der cremige italienische Frischkäse, der dem Dessert seine samtige Textur gibt.
- Eier: Getrennt verarbeitet – Eigelb für die Cremigkeit, steif geschlagenes Eiweiß für die luftige Leichtigkeit.
- Löffelbiskuit: Nimmt den Kaffee auf und wird dabei feucht, ohne komplett durchzuweichen – der strukturelle Kern des Desserts.
- Kaffee: Kräftig aufgebrüht und abgekühlt, tränkt er die Biskuits und gibt dem Tiramisu seine namensgebende Wachmacher-Note.
- Kakaopulver: Die bittere, ungesüßte Schicht obendrauf, die den süßen Rest ausbalanciert.
Tipps für das perfekte Tiramisu
Zubereitung Schritt für Schritt
Die ausführliche Variante mit allen Kniffen. Wer direkt loslegen will, springt zur Rezept-Karte.
Eigelb-Mascarpone-Masse zubereiten
Eier trennen. Eigelb mit Zucker schaumig aufschlagen, bis die Masse hell und cremig ist. Mascarpone dazugeben und glatt rühren.
Woran du erkennst, dass es passt: Die Masse sollte glatt und homogen sein, ohne Klümpchen vom Mascarpone.
Eiweiß unterheben
Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter die Eigelb-Mascarpone-Masse heben.
Achtung: Rühren zerstört die eingeschlagene Luft – stattdessen mit einem Teigschaber von unten nach oben falten.
Kaffeemischung vorbereiten
Den frisch aufgebrühten Kaffee vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann mit Vanilleextrakt oder Amaretto in einer flachen Schale vermischen.
Tipp: Der Kaffee muss wirklich kalt sein – heißer Kaffee würde die Biskuits sofort komplett durchweichen.
Erste Schicht auslegen
Löffelbiskuits kurz in die Kaffeemischung tauchen und den Boden einer Form damit auslegen.
Warum: Kurzes Tauchen reicht, um die Biskuits weich, aber noch strukturgebend zu halten.
Schichten
Eine Schicht der Mascarponecreme über den Biskuits verteilen, dann wieder eine Schicht getränkte Biskuits. So fortfahren, bis die Form gefüllt ist. Mit einer Cremeschicht abschließen.
Tipp: Die Creme mit dem Löffelrücken glattstreichen, damit sich beim Anschneiden später saubere Schichten zeigen.
Kühlen
Mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank ziehen lassen.
Warum: Die Ruhezeit lässt die Aromen sich verbinden und die Creme fest genug werden, um sauber anschneidbar zu sein.
Servieren
Vor dem Servieren die Oberfläche großzügig und gleichmäßig mit Kakaopulver bestreuen, bis sie vollständig bedeckt ist.
Servier-Detail: Ein feines Sieb sorgt für eine gleichmäßige, dünne Kakaoschicht statt Klümpchen.
Variationen
- Alkoholfrei: Vanilleextrakt statt Amaretto verwenden – ideal auch für Kinder.
- Mit Früchten: Eine Schicht Erdbeeren oder Himbeeren zwischen Creme und Biskuits für eine fruchtige Variante.
- Im Glas serviert: Einzelportionen in Gläsern geschichtet wirken elegant und sind ideal für Gäste.
Was du dazu servierst
- Espresso — passt thematisch und geschmacklich perfekt
- Amaretto oder Vin Santo — als edler Digestif danach
- Frische Beeren — als fruchtiger, leichter Kontrast
Rezept zum Nachkochen
Hier findest du das komplette Rezept zum Ausdrucken oder Speichern — mit allen Zutaten, Schritten und Nährwerten auf einen Blick.
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Tiramisu
Cremige Mascarponemasse, kaffeegetränkte Löffelbiskuits und Kakaopulver – der italienische Dessertklassiker aus Treviso in seiner klassischen Form.
- Gesamtzeit3 hours 30 minutes
- Portionen8 1x
- ErnährungVegetarisch
Zutaten
- 5 Eier
- 500 g Mascarpone
- 100 g Zucker
- 2 Packungen Löffelbiskuit
- Kakao zum Bestreuen
- ca. 500 ml Kaffee
- 2 EL Vanilleextrakt oder Amaretto
Zubereitung
- Eier trennen. Eigelb mit Zucker schaumig aufschlagen. Mascarpone dazugeben und glatt rühren.
- Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter die Eigelb-Mascarpone-Masse heben.
- Den Kaffee abkühlen lassen und mit Vanilleextrakt oder Amaretto vermischen.
- Löffelbiskuits kurz in die Kaffeemischung tauchen und den Boden einer Form damit auslegen.
- Eine Schicht der Mascarponecreme darüber verteilen, dann wieder eine Schicht getränkte Biskuits – so fortfahren, bis die Form gefüllt ist. Mit einer Cremeschicht abschließen.
- Mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank ziehen lassen.
- Vor dem Servieren mit Kakaopulver bestreuen.
Recipe Video
Anmerkungen
Mit Amaretto statt Vanilleextrakt bekommt das Tiramisu eine klassische, leicht alkoholische Note – für Kinder oder alkoholfrei lieber bei Vanilleextrakt bleiben.
- Vorbereitung: 30 minutes
- Kühlzeit: 3 hours
- Kategorie: Süßes & Desserts
- Methode: Kalt zubereitet
- Küche: Italienisch
Nährwerte
- Portionsgröße: 1 Portion
- Kalorien: 340
- davon Zucker: 18 g
- Fett: 22 g
- Kohlenhydrate: 26 g
- Ballaststoffe: 1 g
- Eiweiß: 7 g
Häufige Fragen zu Tiramisu
Ist Tiramisu mit rohem Ei sicher zu essen?
Bei frischen Eiern aus kühler Lagerung ist das Risiko gering, für Schwangere, Kleinkinder oder immungeschwächte Personen empfiehlt sich aber pasteurisiertes Eigelb oder eine Ei-freie Variante.
Kann ich Tiramisu einfrieren?
Ja, bis zu einem Monat. Am besten portionsweise einfrieren und langsam im Kühlschrank auftauen, das Kakaopulver erst danach frisch aufstreuen.
Womit kann ich Löffelbiskuit ersetzen?
Alternativ funktionieren Butterkekse oder dünne Biskuitboden-Scheiben, allerdings mit etwas anderer Textur als das klassische Savoiardi-Gebäck.
Wie lange hält sich Tiramisu im Kühlschrank?
Abgedeckt 2–3 Tage. Da es über Nacht ohnehin ziehen muss, eignet es sich hervorragend zum Vorbereiten für Gäste.
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