Grobe Bratwurst, aufgeschnitten und übergossen mit einer Sauce, die selbstgemacht um Welten besser schmeckt als jede Flasche aus dem Supermarkt: Diese hausgemachte Currywurst braucht nur eine Handvoll Zutaten, die die meisten sowieso in der Küche haben.
Episode 41 aus „Jo Benne, mach mal“ – Currywurst gehört zu den Klassikern, die in den Kommentaren immer wieder gewünscht werden.
Die Currywurst wurde 1949 in Berlin erfunden – von Herta Heuwer, die an ihrer Bratwurstbude in Charlottenburg mit Tomatenmark, Worcestersauce und Currypulver experimentierte. Die Fantasiebezeichnung „Chillup“ ließ sie sich später sogar patentieren, das genaue Originalrezept nahm sie 1999 mit ins Grab – schriftliche Aufzeichnungen hatte sie vorher zerstört. Bis heute ist die Currywurst der wohl bekannteste deutsche Streetfood-Export, mit eigenem Museum in Berlin und jahrzehntelanger fester Größe auf jeder Imbisskarte.
Der Clou an dieser Version: Orangensaft statt nur Zucker für die Süße, und eine ganze Zimtstange, die der Sauce eine warme Tiefe gibt, ohne dass man am Ende Zimt herausschmeckt. Das Ergebnis schmeckt runder und weniger künstlich süß als die meisten Fertigsaucen aus der Flasche.
Hausgemachte Currywurst im Video
Von der eingekochten Sauce bis zur gebratenen Wurst – alle Schritte im Video.
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Mehr InformationenZutaten für Hausgemachte Currywurst
Die Sauce lebt von der Balance aus Süße, Säure und Würze:
- Passierte Tomaten: Die Basis der Sauce – glatt und ohne Stückchen, damit die fertige Sauce cremig über die Wurst läuft.
- Schalotte: Milder als eine normale Zwiebel und schmilzt beim Andünsten fast unsichtbar in die Sauce ein.
- Peperoni: Steuert die Schärfe – mit Kernen deutlich schärfer, entkernt nur eine milde Wärme im Hintergrund.
- Saft einer Orange: Der Trick für eine natürliche, fruchtige Süße statt nur Zucker – macht die Sauce runder als die meisten Fertigversionen.
- Tomatenmark: Konzentriert den Tomatengeschmack und dickt die Sauce zusätzlich an.
- Paprikapulver: Trägt die Grundwürze und die kräftige rote Farbe.
- Currypulver: Namensgebend für das Gericht – gibt die typische warme, leicht scharfe Würznote.
- Brauner Zucker: Rundet die Säure der Tomaten ab und unterstützt die Orangen-Süße.
- Gemüsebrühepulver: Bringt zusätzliche Herzhaftigkeit in die Sauce, ohne dass es nach Brühe schmeckt.
- Zimtstange: Zieht nur mit, schmeckt am Ende nicht heraus, gibt der Sauce aber eine warme Tiefe im Hintergrund.
- Worcestersauce: Bringt Umami und eine leichte Säure – einer der Grundpfeiler jeder guten Currysauce.
- Pfeffer & Salz: Runden die Würzung final ab, am besten erst gegen Ende der Kochzeit abschmecken.
- Rapöl: Zum Anschwitzen von Schalotte und Peperoni am Anfang.
- Grobe Bratwürste: Die Basis des Gerichts – grobe Bratwurst hat mehr Biss und Fleischanteil als eine feine Brühwurst.
- Currypulver zum Anrichten: Der letzte, trockene Currykick direkt vor dem Servieren – gibt Aroma, das beim Kochen in der Sauce verloren geht.
Tipps für die perfekte Currysauce
Zubereitung Schritt für Schritt
Hier die ausführliche Variante mit allen Kniffen. Wer schnell starten will, springt zur Rezept-Karte.
Schalotte und Peperoni vorbereiten
Die Schalotte in feine Würfel schneiden. Die Peperoni je nach gewünschtem Schärfegrad entkernen und ebenfalls fein hacken – die Kerne sitzen die meiste Schärfe.
Tipp: Feine Würfel lösen sich beim Köcheln fast komplett auf, sodass die Sauce am Ende glatt bleibt.
Andünsten
Rapöl in einem Topf erhitzen und Schalotte sowie Peperoni darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten, bis sie weich sind und leicht duften, aber noch keine Farbe angenommen haben.
Warum: Glasig gedünstet statt gebräunt bleibt der Geschmack mild und rund – Bratenaromen sind bei dieser Sauce nicht das Ziel.
Gewürze anrösten
Tomatenmark, Paprikapulver, Currypulver, Gemüsebrühepulver und braunen Zucker dazugeben und kurz mitrösten, bis alles anfängt zu duften und der Zucker leicht zu karamellisieren beginnt.
Warum: Das kurze Anrösten weckt die ätherischen Öle im Currypulver – roh eingerührt bleibt der Geschmack deutlich flacher.
Mit Orangensaft ablöschen
Mit dem frisch gepressten Orangensaft ablöschen und gut verrühren, dabei den angesetzten Boden mit lösen.
Warum Orange: Die fruchtige Säure und Süße der Orange ersetzt einen Teil des künstlichen Zuckers, den viele Fertigsaucen brauchen.
Sauce zusammensetzen
Passierte Tomaten, Worcestersauce und die Zimtstange dazugeben und alles einmal aufkochen lassen.
Tipp: Jetzt schon mit Pfeffer und einer Prise Salz grob abschmecken, final aber erst am Ende korrigieren, wenn die Sauce eingedickt ist.
Köcheln lassen
Die Sauce bei niedriger Hitze offen etwa 15 bis 20 Minuten leicht köcheln lassen, gelegentlich umrühren, bis sie sichtbar eindickt und glänzt.
Warum offen: Ohne Deckel kann Flüssigkeit verdampfen – das ist der einzige Weg, wie die Sauce ohne zusätzliches Bindemittel andickt.
Bratwürste braten
Während die Sauce köchelt, die groben Bratwürste auf dem Grill oder in einer Pfanne rundum braun und knusprig braten.
Tipp: Bei mittlerer statt hoher Hitze braten, damit die Wurst innen durchgart, bevor die Haut außen verbrennt.
Anrichten
Die Zimtstange aus der Sauce entfernen. Bratwürste in mundgerechte Stücke schneiden, mit der heißen Sauce übergießen und zum Schluss mit einer kräftigen Prise Currypulver bestreuen.
Servier-Detail: Das trockene Currypulver obendrauf gibt nochmal einen frischeren, schärferen Kick, den die gekochte Sauce allein nicht mehr liefert.
Variationen für Hausgemachte Currywurst
- Schärfer: Peperoni mit Kernen verwenden oder zusätzlich einen Spritzer Sriracha in die fertige Sauce rühren.
- Currywurst Hessisch: Die Sauce mit Kochkäse und roten Zwiebeln toppen – das Rezept dazu findest du hier.
- Vegetarisch: Statt Bratwurst gebratene Tofu- oder Seitanwurst verwenden, die Sauce bleibt unverändert.
- Milder: Peperoni komplett weglassen, dann ist die Sauce mild genug auch für Kinder.
Was du dazu servierst
- Pommes frites — der klassische Imbiss-Teller
- Brötchen — zum Auftunken der restlichen Sauce
- Kartoffelsalat — für die etwas deftigere Variante
- Krautsalat — als frischer Kontrast zur würzigen Sauce
Rezept zum Nachkochen
Hier findest du das komplette Rezept zum Ausdrucken oder Speichern – mit allen Zutaten, Schritten und Nährwerten auf einen Blick.
Drucken
Hausgemachte Currywurst
Grobe Bratwurst mit einer selbstgemachten Currysauce aus passierten Tomaten, Orange und Gewürzen – der Klassiker ganz ohne Fertigsauce.
- Gesamtzeit45 minutes
- Portionen4 1x
Zutaten
- 500 g passierte Tomaten
- 1 Schalotte
- 0,5–1 Peperoni
- Saft einer Orange
- 2 EL Tomatenmark
- 2 EL Paprikapulver
- 2 EL Currypulver
- 2 EL brauner Zucker
- 1 EL Gemüsebrühepulver
- 1 Zimtstange
- 1 EL Worcestersauce
- Frisch gemahlener Pfeffer
- 1 Prise Salz
- Rapöl
- 2–3 grobe Bratwürste
- Currypulver zum Anrichten
Zubereitung
- Die Schalotte in kleine Würfel schneiden. Peperoni je nach gewünschtem Schärfegrad entkernen und fein hacken.
- In einem Topf Rapöl erhitzen und Schalotten sowie Peperoni glasig andünsten.
- Tomatenmark, Paprikapulver, Currypulver, Gemüsebrühepulver und braunen Zucker dazugeben und kurz mit anrösten.
- Mit dem Saft der Orange ablöschen und gut verrühren.
- Passierte Tomaten, Worcestersauce und Zimtstange hinzufügen.
- Die Sauce bei niedriger Hitze offen ca. 15–20 Minuten köcheln lassen, bis sie leicht eindickt.
- Währenddessen die Bratwürste auf dem Grill oder in der Pfanne braten.
- Die Zimtstange aus der Sauce entfernen.
- Bratwürste aufschneiden, mit der Sauce servieren und zum Schluss mit Currypulver bestreuen.
Recipe Video
Anmerkungen
Fleischsorte der Bratwurst in der Vorlage nicht spezifiziert – Nährwerte mit klassischer Schweine-Bratwurst berechnet. Die Sauce ergibt mehr, als für 2–3 Würste benötigt wird – Rest hält sich einige Tage gekühlt.
- Vorbereitung: 15 minutes
- Kochzeit: 30 minutes
- Kategorie: Snacks & Fingerfood
- Methode: Braten
- Küche: Deutsch
Nährwerte
- Portionsgröße: 1 Portion
- Kalorien: 430
- davon Zucker: 13 g
- Fett: 26 g
- Kohlenhydrate: 20 g
- Ballaststoffe: 2 g
- Eiweiß: 22 g
Häufige Fragen zu Hausgemachter Currywurst
Wer hat die Currywurst erfunden?
Herta Heuwer, eine Imbissbudenbetreiberin in Berlin-Charlottenburg. Am 4. September 1949 experimentierte sie mit Tomatenmark, Currypulver und Worcestersauce und erfand so die erste Currywurst-Sauce.
Wie lange hält sich die Sauce im Kühlschrank?
Gut verschlossen etwa 4 bis 5 Tage. Sie lässt sich auch problemlos portionsweise einfrieren und bei Bedarf wieder auftauen.
Welche Bratwurst passt am besten?
Eine grobe Bratwurst mit ordentlich Fleischanteil und Biss funktioniert am besten – sie steht geschmacklich neben der kräftigen Sauce nicht zurück.
Kann ich die Sauce auch ohne Zimtstange machen?
Ja, dann fehlt nur die dezente warme Tiefe im Hintergrund. Ersatzweise geht auch eine winzige Prise gemahlener Zimt, aber wirklich nur eine Messerspitze.
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