Currywurstsoße im offenen Bügelglas, sämig und rot, Nahaufnahme von oben

Currywurstsoße selbstgemacht

Passierte Tomaten, Curry, Paprika und ein Hauch Zimt – diese Currywurstsoße bringt den Berliner Imbiss-Klassiker als Marinade fürs eigene Glas nach Hause.

Zeit30 Min SchwierigkeitEinfach Ergibtca. 700 g
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Diese Currywurstsoße ist Folge 22 meiner Serie Selbstgemacht ist geiler als gekauft, in der ich bis Weihnachten jeden Tag eine kulinarische Geschenkidee zeige. Erfunden hat die Currywurst die Berlinerin Herta Heuwer: Am 4. September 1949 experimentierte sie an ihrem Imbissstand in Charlottenburg mit Tomatenmark, Currypulver und Worcestersoße und kreierte so ihre Gewürzsoße, die sie später als „Chillup“ patentieren ließ. Das genaue Originalrezept nahm sie mit ins Grab – aber das Grundprinzip aus tomatiger Basis, Curry und einer Extraportion Würze ist bis heute unverändert geblieben.

Diese Version baut auf passierten Tomaten und Tomatenmark als Basis, dazu Currypulver und Paprika für die typische Farbe und Würze. Der kleine, aber entscheidende Kniff ist die Zimtstange, die während des Köchelns mitzieht und der Soße eine warme, kaum greifbare Tiefe gibt, ohne selbst herauszuschmecken zu sein – am Ende wird sie einfach wieder entfernt.

Diese Basis nutzen wir auch für unsere Currywurst mit Kochkäs, bei der die Sauce zusammen mit cremigem Kochkäse serviert wird.

Currywurstsoße im Video

Wie die Soße angesetzt und eingekocht wird, siehst du im Reel.

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Zutaten für Currywurstsoße

Viele kleine Zutaten, die zusammen die typische Currywurst-Würze ergeben:

  • Passierte Tomaten: die glatte, milde Tomatenbasis der Soße – im Gegensatz zu stückigen Tomaten sorgen sie für die typisch cremige Konsistenz.
  • Schalotte: milder und feiner im Geschmack als eine normale Zwiebel, gibt der Soße eine dezente Süße im Hintergrund.
  • Peperoni: für den leichten Schärfekick. Die Menge lässt sich über Entkernen und Dosierung gut steuern.
  • Orangensaft: bringt Fruchtigkeit und Säure, die die Süße von Zucker und Tomaten ausbalanciert.
  • Tomatenmark: verstärkt die Tomatennote und sorgt beim kurzen Anrösten für mehr Röstaromen als passierte Tomaten allein.
  • Paprikapulver: für Farbe und die milde, leicht süßliche Basis-Würze.
  • Currypulver: die namensgebende Zutat – bringt die warme, leicht exotische Würze, die die Soße von normaler Tomatensoße unterscheidet.
  • Brauner Zucker: rundet die Säure der Tomaten und des Orangensafts ab.
  • Gemüsebrühepulver: gibt der Soße mehr Herzhaftigkeit und Tiefe, ohne dass man extra Brühe ansetzen muss.
  • Zimtstange: zieht nur mit, wird am Ende wieder entfernt – gibt eine warme Tiefe, ohne selbst erkennbar zu schmecken.
  • Worcestersoße: bringt die typisch würzig-umamige Tiefe, die klassische Currywurstsoßen auszeichnet.
  • Pfeffer und Salz: zum Abschmecken am Ende, damit die Würze insgesamt stimmt.
  • Rapsöl: zum Andünsten von Schalotte und Peperoni – neutral im Geschmack, verbrennt bei der nötigen Hitze nicht so schnell wie Butter.

Tipps für die perfekte Currywurstsoße

Tomatenmark wirklich mit anrösten. Ein bis zwei Minuten in der Pfanne mit den Gewürzen nehmen der Säure die Schärfe und bringen mehr Röstaromen in die Soße als wenn du es nur mit den passierten Tomaten verrührst.
Zimtstange nicht vergessen zu entfernen. Bleibt sie zu lange oder unbemerkt in der fertigen Soße, wird der Zimtgeschmack schnell zu dominant.
Offen köcheln lassen. Nur ohne Deckel kann die Soße richtig eindicken und die gewünschte sämige Konsistenz erreichen.
Am Ende abschmecken. Je nach Currypulver-Marke und Schärfe der Peperoni kann die Balance leicht variieren – ein zusätzlicher Spritzer Zucker oder Salz gleicht das aus.

Zubereitung Schritt für Schritt

Die kompakte Version mit Mengen findest du weiter unten in der Rezeptkarte – hier ausführlich, worauf es bei den einzelnen Schritten ankommt.

Vorbereiten

Die Schalotte in kleine Würfel schneiden. Die Peperoni je nach gewünschtem Schärfegrad entkernen und ebenfalls klein hacken.

Tipp: Die Kerne und weißen Innenwände der Peperoni sitzen dort, wo die meiste Schärfe steckt – wer es milder mag, entfernt beides großzügig.

Andünsten

Das Rapsöl im Topf erhitzen und Schalotte und Peperoni darin glasig andünsten.

Woran du erkennst, dass es passt: Die Schalottenwürfel werden glasig-durchscheinend und nehmen keine Farbe an – Bräunung ist hier nicht das Ziel.

Anrösten

Tomatenmark, Gewürze und braunen Zucker dazugeben und kurz mit anrösten, bis sich die Aromen entfalten.

Warum: Kurzes Anrösten der Gewürze und des Tomatenmarks setzt mehr Aroma frei, als wenn du alles gleich mit Flüssigkeit ablöschst.

Ablöschen

Die Orange auspressen und mit dem Saft ablöschen, alles gut verrühren.

Tipp: Gut kratzen am Topfboden – dort setzen sich die meisten Röstaromen aus dem letzten Schritt fest.

Köcheln

Passierte Tomaten, Worcestersoße und Zimtstange dazugeben und bei geringer Hitze mit offenem Deckel 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis die Soße etwas eingedickt ist.

Woran du erkennst, dass es passt: Die Soße wird sichtbar dicker, ein Löffel hinterlässt kurz eine Spur am Topfboden.

Abfüllen

Die Zimtstange entfernen und die heiße Soße in ein sauberes, steriles Bügelglas füllen, sofort verschließen und im Kühlschrank lagern.

Warum kühl lagern: Anders als der Bratapfelsirup aus dieser Serie ist diese Soße nicht für die lange Vorratshaltung bei Zimmertemperatur gedacht, sondern gehört in den Kühlschrank.

Variationen

  • Schärfer: Eine ganze statt halbe Peperoni verwenden oder zusätzlich Cayennepfeffer einrühren.
  • Ohne Fisch: Eine vegane Worcestersoße-Alternative verwenden, dann ist die Soße auch für Vegetarier und Veganer geeignet.
  • Mit mehr Curry: Wer den Curry-Geschmack deutlicher mag, erhöht die Menge auf 3 EL.
  • Glatter oder stückiger: Wer es rustikaler mag, hackt die Schalotte etwas gröber – für eine ganz glatte Soße alles am Ende kurz pürieren.

Wofür du die Soße verwendest

  • Auf Bratwurst – klassisch in Scheiben geschnitten mit Currypulver bestreut für unsere hausgemachte Currywurst
  • Als Dip für Pommes – genauso gut wie zur Wurst
  • Zu Grillfleisch – als würzige Alternative zu klassischem Ketchup
  • Als Gag verschenkt – mit ein paar Bratwürsten dazugelegt für ein lustiges, leckeres Weihnachtsgeschenk

Rezept zum Nachmachen

Hier die komplette Currywurstsoße kompakt zum Nachmachen, mit allen Mengen und Zeiten auf einen Blick.

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Currywurstsoße im offenen Bügelglas, sämig und rot, Nahaufnahme von oben

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Currywurstsoße selbstgemacht

Rezept von Benne Benzing

Passierte Tomaten, Curry, Paprika und ein Hauch Zimt – diese Currywurstsoße bringt den Berliner Imbiss-Klassiker als Marinade fürs eigene Glas nach Hause.


  • Gesamtzeit30 minutes
  • Portionen20 1x

Zutaten

Skalieren
  • 500 g passierte Tomaten
  • 1 Schalotte
  • 0,5–1 Peperoni
  • Saft einer Orange
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL Paprikapulver
  • 2 EL Currypulver
  • 2 EL brauner Zucker
  • 1 EL Gemüsebrühepulver
  • 1 Zimtstange
  • 1 EL Worcestersoße
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Prise Salz
  • Rapöl
  • Bügelglas


Zubereitung

  1. Die Schalotte in kleine Würfel schneiden. Die Peperoni je nach gewünschtem Schärfegrad entkernen und ebenfalls klein hacken.
  2. In einem Topf das Rapöl erhitzen und die Schalotten und Peperoni darin glasig andünsten.
  3. Das Tomatenmark, die Gewürze und den braunen Zucker hinzufügen und kurz mit anrösten, bis sich die Aromen entfalten.
  4. Die Orange auspressen und mit dem Saft ablöschen. Alles gut verrühren.
  5. Die passierten Tomaten, die Worcestersoße und die Zimtstange in den Topf geben.
  6. Die Soße bei geringer Hitze und offenem Deckel etwa 15–20 Minuten köcheln lassen, bis sie etwas eingedickt ist.
  7. Zum Schluss die Zimtstange entfernen und die heiße Soße in ein sauberes, steriles Bügelglas füllen und sofort verschließen. Im Kühlschrank lagern.

Recipe Video

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Anmerkungen

[PRÜFEN] Ausbeute rechnerisch ca. 700 g (Original nennt keine Ausbeute) – als 20 Portionen à 2 EL (35 g) gerechnet. NICHT vegetarisch/vegan: klassische Worcestersoße enthält in der Regel Sardellen (Fisch) – im Rezept nicht extra ausgewiesen, daher keine Ernährungs-Tags gesetzt. Bei veganer Worcestersoße wäre die Soße vegetarisch/vegan.


Nährwerte

  • Portionsgröße: 2 EL (35 g)
  • Kalorien: 29
  • davon Zucker: 3 g
  • Fett: 1 g
  • Kohlenhydrate: 5 g
  • Ballaststoffe: 0 g
  • Eiweiß: 1 g

Häufige Fragen zu Currywurstsoße

Wie lange ist die Soße haltbar?

Im Kühlschrank in einem sauberen, verschlossenen Glas hält sie sich etwa 1 bis 2 Wochen. Für längere Haltbarkeit lässt sie sich auch portionsweise einfrieren.

Ist die Currywurstsoße vegetarisch?

Nicht ganz: Klassische Worcestersoße enthält in der Regel Sardellen. Wer die Soße vegetarisch oder vegan möchte, greift zu einer entsprechend gekennzeichneten Worcestersoße-Alternative ohne Fisch.

Warum kommt Zimt in eine herzhafte Soße?

Zimt in kleiner Menge gibt vielen herzhaften Tomaten- und Currygerichten eine warme, kaum wahrnehmbare Tiefe – ein Trick, den auch andere Gewürzmischungen wie Ras el Hanout oder Chili con Carne nutzen.

Kann ich die Soße auch ohne Alkohol-Zutaten machen?

Ja – die Soße selbst enthält von Haus aus keinen Alkohol. Nur bei manchen Worcestersoße-Marken lohnt ein Blick aufs Etikett, die meisten sind aber alkoholfrei.

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