Ankarsrum im Test: Warum diese Küchenmaschine mein Brot-Liebling ist – und wo sie nervt

Ankarsrum im Test: Warum diese Küchenmaschine mein Brot-Liebling ist – und wo sie nervt

Seit 2021 backe ich mit der Ankarsrum – und sie ist keine Maschine für jeden. Warum sie beim Brot- und Pizzabacken eine Wucht ist, wo sie nervt, und für wen sie sich wirklich lohnt.

Lesezeit 6 Min
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Es gibt Küchengeräte, die machst du an, drückst Start und gehst Kaffee trinken. Die Ankarsrum gehört nicht dazu. Ich hab sie seit 2021 hier stehen – das große Deluxe-Set mit Pasta-Aufsatz – und ich sag’s gleich ehrlich vorweg: Wir mussten uns erst aneinander gewöhnen. So eine richtige Liebe auf den ersten Knetgang war das nicht.

Inzwischen will ich sie aber nicht mehr hergeben. Zumindest nicht fürs Brot- und Pizzabacken. Und genau da liegt der Hund begraben – denn die Ankarsrum ist keine Maschine, die alles ein bisschen kann. Sie ist eine, die eine Sache richtig gut kann. Worauf du dich einlässt, schauen wir uns jetzt mal in Ruhe an.

Hier dreht sich die Schüssel – nicht das Werkzeug

Das Erste, was dir auffällt: Die Ankarsrum funktioniert komplett anders als alles, was du sonst so kennst. Bei einer normalen Küchenmaschine sitzt oben ein Planeten-Laufwerk, der Knethaken dreht sich, du gibst den Teig in die Schüssel, drückst Start – fertig. Hier ist es umgekehrt: Der Motor sitzt unten, und die Schüssel selbst dreht sich. Das Werkzeug steht still.

Klingt nach einer kleinen Spielerei, ist aber der ganze Trick. Durch die drehende Schüssel wird der Teig gezogen und gedehnt statt nur durchgewalkt – ungefähr so, wie wenn du ihn von Hand faltest. Das macht vor allem Hefe- und Brotteige schön elastisch. Die Schüssel fasst sieben Liter, da passen bis zu fünf Kilo Teig rein. Das schafft kaum eine andere Maschine.

Teig aus Mehl und Wasser in der drehenden Edelstahlschüssel der Ankarsrum

Die Ankarsrum auf einen Blick

  • Hersteller: Ankarsrum (Schweden, baut diese Maschine im Kern seit 1940)
  • Schüssel: 7 l Edelstahl, bis ~5 kg Teig
  • Leistung: 1500 Watt, stufenlos 40–140 U/min
  • Timer: 1–12 Minuten, schaltet automatisch ab
  • Gewicht: ~9 kg (steht dafür bombenfest)
  • Garantie: 7 Jahre
  • Mein Modell: Deluxe-Set (7-teilig) + Pasta-Aufsatz, seit 2021

Knethaken oder Rolle? Mein wichtigster Lernmoment

Jetzt zu dem, was mir am Anfang keiner gesagt hat. Zur Maschine gehören zwei Werkzeuge für Teig: ein Knethaken und eine Teigrolle. Und ich hab – wie wahrscheinlich die meisten – instinktiv erstmal zum Knethaken gegriffen. Heißt ja Knethaken, knetet also, dachte ich.

War ein Fehler. Oder zumindest nicht die beste Wahl. Seit ich hauptsächlich mit der Rolle arbeite, läuft’s bei mir deutlich besser – gerade bei festen Teigen, Pizzateig und Co. Die Rolle drückt und walkt den Teig viel kontrollierter, als der Knethaken das bei mir je hinbekommen hat. Falls du also neu mit der Ankarsrum anfängst: Probier die Rolle früher aus als ich. Das hätte mir einige frustrige Abende erspart.

Eine Sache musst du wissen – und die erklärt auch, warum man am Anfang manchmal ins Straucheln kommt: Die Rolle hat keinen eigenen Antrieb. Sie läuft nur mit, weil sie am Rand der drehenden Schüssel mitgeschleift wird. Solange der Teig schön weich ist, super. Wird er sehr fest oder du schüttest mittendrin viel Wasser nach, kann es passieren, dass die Schüssel sich dreht und die Rolle stehenbleibt. Dann musst du kurz mit der Hand ran und nachhelfen.

Die Teigrolle der Ankarsrum arbeitet den festen Teig in der Schüssel durch

Eine Maschine, die mitarbeiten will

Das ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Die Ankarsrum nimmt dir die Arbeit nicht komplett ab. Sie ist eher wie ein Küchen-Azubi, dem du ab und zu über die Schulter schaust: Teig nach unten schieben, Rolle neu positionieren, mal mit der Hand drangehen, damit nichts überläuft.

Und ehrlich: Schneller als von Hand kneten ist sie auch nicht. Wo eine KitchenAid einen Hefeteig in zwei, drei Minuten durchknetet, lässt sich die Ankarsrum ordentlich Zeit – zehn, zwölf Minuten sind normal. Der Unterschied ist: Es ist einfacher. Ich muss nicht selbst mit den Händen in den Teig, ich behalte ihn nur im Auge. Für mich ist das ein guter Deal. Wenn du aber eine Maschine willst, die du anschmeißt und dann komplett vergisst – dann ist die Ankarsrum die Falsche.

Dafür steht sie wie eine Eins. Fünf Kilo Teig, Vollgas, und das Ding wackelt keinen Millimeter über die Arbeitsplatte. Wer schon mal einer hüpfenden Küchenmaschine hinterhergerannt ist, weiß das zu schätzen.

Wo’s bei mir aufhört – Süßkram und Sahne

Jetzt die ehrliche Stelle, an der ich dir nichts vormachen will: Ich backe nicht viel Süßes. Torten, Cremes, Eischnee – nicht so mein Revier. Heißt, ich kann dir aus dem eigenen Alltag wenig dazu sagen, wie gut die Ankarsrum Sahne schlägt oder einen Biskuit hinbekommt.

Was ich sagen kann: Für die ganzen Rühr-Sachen gibt’s eine zweite, durchsichtige Kunststoff-Schüssel mit einem Planeten-Aufsatz und dünnen Drahtbesen. Und dieses Zubehör fühlt sich deutlich weniger wertig an als der Rest der Maschine. Viel Plastik, dünne Drähte. Wer regelmäßig Torten und Patisserie macht, liest in anderen Tests immer wieder dieselbe Kritik – da würde ich mich vor dem Kauf nicht allein auf die Ankarsrum verlassen. Für mich persönlich ist es kein Drama, weil ich diesen Teil schlicht kaum brauche. Aber fair ist fair: Hier ist sie nicht die Allrounderin, als die sie manchmal verkauft wird.

Das Zubehör – und da wird’s wieder richtig gut

Was viele unterschätzen: Die Ankarsrum ist im Grunde ein Baukasten. Über einen Anschluss an der Seite kannst du jede Menge Aufsätze andocken, und ein paar davon nutze ich richtig gern.

Der Mixer-Aufsatz ist solide – nichts Spektakuläres, aber er tut, was er soll. Die Orangenpresse benutze ich tatsächlich öfter, als ich dachte, und die ist richtig gut. Und mein heimliches Highlight: der Pasta-Aufsatz zum Ausrollen. Frische Pasta durch die Walze gelassen – das macht einfach Spaß und funktioniert top. Den Fleischwolf hab ich (noch) nicht getestet, da kann ich ehrlicherweise nichts zu sagen.

Der Punkt ist: Wenn du dich auf das Ankarsrum-System einlässt, wächst es mit dir mit. Das ist langfristig ein echtes Argument.

Pro

  • Brot & Pizza werden herausragend, schön elastisch
  • Riesige 7-l-Schüssel, bis 5 kg Teig
  • Steht bombenfest, auch bei voller Ladung
  • Bombenstabiler Baukasten: Pasta, Presse, Mixer & Co.
  • 7 Jahre Garantie, gebaut für die Ewigkeit

Contra

  • Du musst mitarbeiten – keine „anschmeißen & vergessen“-Maschine
  • Nicht schneller als von Hand kneten, nur einfacher
  • Wasser nachschütten bei festen Teigen ist fummelig
  • Rühr-/Patisserie-Zubehör wirkt billig (viel Plastik)
  • Einarbeitung nötig – die ersten Wochen können nerven

Mein Fazit – für wen lohnt sich die Ankarsrum?

Ganz klar: Wenn du gerne und viel Brot, Brötchen und Pizza backst, ist die Ankarsrum eine Wucht. Feste Teige, große Mengen, schön elastisches Ergebnis – das ist ihre Disziplin, und die beherrscht sie wie kaum eine andere. Dazu der Baukasten mit Pasta-Aufsatz und Presse, der das Ganze rund macht. Für mich als jemanden, der eh wenig Süßes backt, passt das perfekt.

Wenn du dagegen hauptsächlich Torten, Cremes und Patisserie machst, oder wenn du eine Maschine suchst, die einfach auf Knopfdruck alles allein erledigt – dann schau dich lieber woanders um. Die Ankarsrum will einen Menschen, der mitdenkt und mit anpackt. Lässt du dich darauf ein, kriegst du eine Maschine, die wahrscheinlich noch läuft, wenn deine Enkel backen lernen.

Kurz gesagt: keine Maschine für jeden. Aber für die Richtigen ein echter Lieblingskumpel in der Küche.

Ankarsrum Assistent Küchenmaschine mit leerer Edelstahlschüssel auf der Arbeitsplatte

Mein Equipment

Ich backe mit dem Ankarsrum Deluxe-Set (7-teilig) plus Pasta-Aufsatz – seit 2021 im Dauereinsatz.

Wenn du dir auch so eine Maschine zulegen willst: Auf meiner Equipment-Seite findest du sie unter „Küchengeräte“. Holst du sie dir über den Link dort, unterstützt du meine Arbeit – und es kostet dich keinen Cent extra.

Zur Ankarsrum auf unserer Equipment-Seite →

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