Spontan zu viert
Wir waren ziemlich spontan da, zu viert: meine Frau, mein Schwager, unser acht Wochen alter Sohn und ich. Wir haben einen super gemütlichen Platz bekommen – mit Blick in die offene Küche und auf den Peking-Enten-Ofen. Die ganze Location ist ohnehin total gemütlich: warme Orange-, Rot- und Brauntöne, gepflegt, angenehm ruhig. Kein Lärm, keine Hektik.

Was mir besonders aufgefallen ist: Mit dem Kinderwagen war überhaupt kein Problem. Wir haben extra Platz in der Ecke am Fenster bekommen, konnten den Wagen schön abstellen, und unser Kleiner hat die meiste Zeit friedlich drin gelegen. Selbst als er zwischendurch mal kurz gequengelt hat, hat sich niemand gestört. Genau diese entspannte Herzlichkeit zog sich durch den ganzen Abend.
Service auf Sternenniveau – aber herzlich
Der Service war wirklich außergewöhnlich. Sternenniveau, aber nichts davon aufgesetzt – einfach echt und herzlich. Jeder Gang wurde genau erklärt: worauf man achten soll, wo die Ente herkommt, wie sie zubereitet wird. Beim Tranchieren der Haut am Tisch, bei jedem Detail – man hat gemerkt, dass da Menschen am Werk sind, die ihr Handwerk lieben und Lust haben, es zu teilen.
Das Menü-Konzept: eine ganze Ente, ein Abend
Das „X-Berg Duck“-Menü dreht sich um eine Sache: die Ente – und zwar komplett verwertet, von der Suppe bis zum Reis. Die Ente wird schon am Vortag angesetzt, über Nacht mariniert und dann frisch zubereitet. Eine Reservierung ist also empfehlenswert.
Gang für Gang
Zum Auftakt: Brot & aufgeschlagene Butter
Bevor es richtig losging, gab es ein leckeres Brot mit luftig aufgeschlagener Butter. Ein simpler, guter Start.
1. Suppe – Enten-Dashi & Dim Sum

Den Anfang machte eine Brühe, die es in sich hatte: eine Mischung aus Entenconsommé und Dashi, die miteinander verschmelzen. Schön dunkel, unglaublich intensiv im Geschmack. Dazu ein Dumpling mit Innereien und Keulenfleisch von der Ente – auch der war sensationell. Ein Auftakt, der direkt klargemacht hat, wohin die Reise geht.
2. Die Haut – am Tisch tranchiert

Für mich das Highlight und das spektakulärste am ganzen Menü, weil es so schön zum Teilen ist. Die knusprige Entenhaut wird am Tisch tranchiert, und dann rollst du sie dir selbst in einen Pfannkuchen. Dazu kommt alles, was dazugehört: Hoisinsoße, eingelegte Gurke, eingelegter Rettich, eingelegter Ingwer, Frühlingszwiebeln – und grober Rohrzucker, den man drüberstreut, solange die Haut noch warm ist. Der Zucker verschmilzt mit dem Fett und gibt dem Ganzen nochmal extra Crunch.
3. Die Brust – Pak Choi & Pfeffer

Die Entenbrust kommt klassisch gebraten – und hier wird die besondere Zubereitung sichtbar: Wenn die Ente aus dem Ofen kommt, ist eigentlich nur die Haut fertig, das Fleisch noch fast roh. So lässt sich die Brust anschließend perfekt rosa braten. Dazu ein sauer eingelegter, kalter Pak Choi und Pfeffer. Der Pak Choi war so intensiv und sauer, dass man ihn fast nicht allein essen könnte – aber zusammen mit der Ente eine perfekte Harmonie. Genau so haben sie es vorher angekündigt, und genau so war es.
4. Granité – Kirschblüte

Jetzt kommt der clevere Teil: Das Kirschblüten-Granité war gar nicht der letzte Gang, sondern der vorletzte. Bewusst – zur Erfrischung, damit man zwischendurch mal etwas anderes schmeckt als Ente. Und es hat total Sinn gemacht. Ein kleiner Reset für den Gaumen, bevor es zum Finale ging.
5. Reis – gepufft mit Eigelb

Zum Abschluss ein gebratener Reis – aber kein gewöhnlicher. Sehr knuspriger, gepoppter Reis mit rohem Eigelb, geschmortem Keulenfleisch von der Ente und verschiedenem Gemüse. Ein richtig schöner, runder Abschluss des herzhaften Teils.
Das süße Finale
Glückskeks – selbst gebacken

Danach kam noch ein Glückskeks – aber nicht die langweiligen Dinger, die man sonst kennt. Selbst gebacken im Haus, und richtig lecker.
Und dann die Schatztruhe

Beim Bezahlen kam eine Kellnerin mit einer riesigen Kiste hochwertiger Schokolade von Original Beans, aus der wir nochmal kräftig zulangen durften. Original Beans ist für ihre nachhaltige Edelschokolade bekannt – ein schöner, großzügiger Schlusspunkt.
Mein Video vom Abend
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Mehr Informationen
Kleiner Bonus: Das Orania-Team sind auch Marketing-Profis. Beim Menü lag ein Zettel, der erklärt, wie man die Ente am besten fotografiert – welchen Gang wie in Szene setzt. Hier ist er.
Würde ich wiederkommen? Auf jeden Fall.
Es war einfach ein rundum schöner Abend. Das beste Essen und der schönste Abend seit Langem, weil einfach alles gestimmt hat – das Essen sensationell, der Service herzlich, die Stimmung gemütlich. Dazu haben wir richtig guten Wein getrunken. Wenn du Ente liebst und einen besonderen Abend suchst – ob zu zweit oder, wie wir, sogar mit Baby – kann ich das Orania von Herzen empfehlen. Wenn wir das nächste Mal in Berlin sind, machen wir das auf jeden Fall wieder. Philipp Vogel und sein Team machen da einen ganz tollen Job.
Gut zu wissen
- Konzept: „X-Berg Duck“-Menü, eine ganze Ente in mehreren Gängen
- Preis: 89 € p.P. fürs Menü, 109 € für die ganze Ente (allein gegessen)
- Gut zu wissen: Die Ente wird schon am Vortag angesetzt – eine Reservierung ist empfehlenswert
- Atmosphäre: gemütlich, ruhig, warme Töne – gut für besondere Abende
- Familienfreundlich: Kinderwagen war problemlos möglich
- Dazu: schöne Weinbegleitung
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