Handgemachte Orecchiette – frisch geformte Öhrchennudeln aus Hartweizengrieß in einem Glas, Nahaufnahme

Handgemachte Orecchiette – Öhrchennudeln aus Apulien selbst gemacht

Nur Hartweizengrieß, Wasser und eine Prise Salz – aus diesen drei Zutaten entstehen die kleinen Öhrchennudeln, die in Apulien seit Jahrhunderten von Hand geformt werden. Für Orecchiette brauchst du keine Nudelmaschine, kein Ei und keine Küchenmaschine, sondern nur deine Finger und ein stumpfes Messer.

Zeit40 Min + 24-48 Std Trocknung SchwierigkeitMittel Portionen4
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Willkommen zu Folge 9 meiner Adventskalender-Serie „Selbstgemacht ist geiler als gekauft“, Staffel 2 – bis Weihnachten zeige ich dir jeden Tag eine Geschenkidee aus der eigenen Küche. Heute wird’s italienisch, und zwar richtig handwerklich: Wir formen Orecchiette, die kleinen „Öhrchennudeln“ aus Apulien.

Orecchiette stammen aus der Gegend um Bari, ihre Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück. Die charakteristische Form geht vermutlich auf den Hartweizengrieß zurück, den arabische Händler im 12. Jahrhundert in die Region brachten – kombiniert mit der Kreativität der einheimischen Frauen, die die Pasta traditionell von Hand auf Holzbrettern geformt haben. Ganz ohne Waage, ohne Rezeptbuch, nur mit den Fingern und jahrelanger Übung. Genau dieses Handwerk macht Orecchiette so besonders: Es gibt keine Maschine, die den kleinen Dellen ihre unregelmäßige, saucenfangende Form gibt – das kann nur eine Hand mit einem stumpfen Messer.

Das Beste an diesem Rezept: Es ist eines der günstigsten und ehrlichsten Geschenke, die du aus deiner Küche verschenken kannst. Drei Zutaten, die du wahrscheinlich sowieso im Haus hast, dazu ein bisschen Zeit und Geduld – und am Ende hast du ein Glas voller Pasta, die aussieht, als hättest du sie in einem kleinen Laden in Bari gekauft. Getrocknete Orecchiette halten sich wochenlang, du kannst sie also gut auf Vorrat machen und portionsweise verschenken.

Orecchiette im Video

Hier siehst du, wie ich den Teig knete und die Öhrchenform mit dem Buttermesser ziehe – der Trick lässt sich besser zeigen als beschreiben.

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Mehr Informationen

Zutaten für handgemachte Orecchiette

Nur drei Zutaten – gerade deshalb entscheidet hier jede einzelne über das Ergebnis:

  • Semola (Hartweizengrieß): Das Herzstück und der Grund, warum Orecchiette überhaupt ohne Ei auskommen. Semola hat einen hohen Proteingehalt, der dem Teig genug Elastizität gibt, um die Öhrchenform zu halten. Normales Weizenmehl 405 ist zu weich und würde beim Trocknen brüchig – nimm wirklich feine Semola rimacinata, keinen groben Hartweizengrieß für Gnocchi.
  • Warmes Wasser: Warm statt kalt, weil sich die Stärke im Grieß dadurch schneller bindet und der Teig geschmeidiger wird. Die Menge ist knapp bemessen – der Teig soll fest sein, nicht klebrig, sonst lässt sich die Form später nicht sauber ziehen.
  • Salz: Eine Prise reicht, denn die Pasta bekommt ihren Geschmack später vor allem über die Sauce. Zu viel Salz macht den Teig zusätzlich fester, was das Kneten erschwert.

Tipps für perfekte Orecchiette

Der Teig darf nicht zu weich sein. Gib das Wasser erst schluckweise dazu und knete zwischendurch. Ein zu weicher Teig lässt sich nicht sauber zur Öhrchenform ziehen, er klebt einfach am Messer fest. Lieber etwas fester und dafür 1-2 Minuten länger kneten.
Übung macht die Form. Die ersten Orecchiette werden garantiert nicht perfekt – das ist normal, das geht sogar geübten Nonnas in Apulien so am Anfang der Session. Nimm dir für die erste Ladung bewusst Zeit zum Üben, danach geht es viel schneller von der Hand.
Genug Semola zum Bestäuben nehmen. Sowohl die Arbeitsfläche als auch das Trockenblech brauchen eine ordentliche Schicht Grieß, sonst kleben die Nudeln fest und reißen beim Ablösen ein.
Trocknen statt eintüten. Verpacke die Orecchiette erst, wenn sie wirklich komplett durchgetrocknet sind (24-48 Stunden, je nach Luftfeuchtigkeit). Feuchte Pasta im geschlossenen Glas beginnt zu schimmeln – das ruiniert dir das ganze Geschenk.

Zubereitung Schritt für Schritt

Hier die ausführliche Variante mit allen Kniffen. Wer schnell starten will, springt zur Rezept-Karte.

Teig ansetzen

Häufe die Semola auf der Arbeitsfläche zu einem kleinen Vulkan auf und forme in der Mitte eine Mulde. Gib das warme Wasser und die Prise Salz hinein. Rühre mit einer Gabel vorsichtig von innen nach außen, damit der Grieß nach und nach Flüssigkeit aufnimmt, statt dass dir alles davonläuft.

Warum: Wenn du zu schnell zu viel Grieß auf einmal einarbeitest, entstehen Klumpen, die sich später nur schwer auflösen. Lieber in kleinen Portionen arbeiten und dem Grieß Zeit geben, das Wasser aufzusaugen.

Kräftig durchkneten

Sobald sich ein grober Teigklumpen gebildet hat, knete ihn 10-15 Minuten kräftig mit den Handballen durch. Der Teig fühlt sich am Anfang bröckelig und trocken an – das ist normal, bleib dran.

Woran du merkst, dass er fertig ist: Der Teig wird zunehmend glatt, geschmeidig und leicht elastisch, wenn du ihn in die Länge ziehst. Drückst du mit dem Finger hinein, federt die Delle langsam zurück.

Ruhen lassen

Wickle den Teig fest in Frischhaltefolie und lass ihn mindestens 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen.

Warum: Beim Ruhen entspannt sich das Gluten-Netzwerk, das du beim Kneten aufgebaut hast. Der Teig lässt sich danach viel leichter formen und reißt nicht mehr so schnell.

Rollen formen und schneiden

Arbeite immer nur mit einem kleinen Teil des Teigs, den Rest lässt du eingewickelt liegen, damit er nicht austrocknet. Rolle daraus mit den Handflächen dünne Stränge von etwa 1 cm Durchmesser und schneide sie in 1 cm breite Stücke.

Tipp: Bestäube die Arbeitsfläche zwischendurch immer wieder mit Semola, sonst klebt der Teig fest und die Stränge reißen beim Rollen.

Die Öhrchenform ziehen

Setze ein Buttermesser (oder ein stumpfes Tafelmesser) im 45°-Winkel an einem Teigstück an und ziehe es mit leichtem Druck über die Arbeitsfläche zu dir heran. Der Teig wölbt sich dabei zu einer kleinen Kappe. Stülpe diese Kappe anschließend über deinen Daumen, sodass sich die Ränder nach außen wölben – das ist die typische Öhrchenform.

Häufiger Fehler: Zu viel Druck macht die Öhrchen zu dünn und sie reißen. Zu wenig Druck, und der Teig löst sich gar nicht erst vom Messer. Nach den ersten paar Versuchen bekommst du ein Gefühl für den richtigen Druck.

Trocknen lassen

Bestäube ein Backblech großzügig mit Semola und verteile die Orecchiette darauf, ohne dass sie sich berühren. Lass sie 24-48 Stunden bei Raumtemperatur lufttrocknen, am besten an einem Ort mit wenig Luftfeuchtigkeit.

Warum so lange: Nur komplett durchgetrocknete Pasta ist lagerfähig. Wende die Öhrchen nach der Hälfte der Zeit einmal, damit auch die Unterseite gleichmäßig durchtrocknet.

Variationen für Orecchiette

  • Farbe: Etwas Spinat- oder Rote-Bete-Pulver ins Wasser einrühren, für grüne oder pinke Orecchiette – macht sich super in einem Geschenkglas mit mehreren Farben.
  • Form: Aus demselben Teig lassen sich auch Cavatelli formen – einfach die Stücke mit den Fingern statt mit dem Messer über die Fläche rollen.
  • Größe: Kleinere Öhrchen (ca. 0,7 cm) eignen sich besser für Suppen, größere für kräftige Saucen mit Stückchen.
  • Mengen skalieren: Das Verhältnis Semola zu Wasser bleibt bei größeren Mengen gleich (ca. 2:1) – ideal, wenn du mehrere Gläser auf einmal verschenken willst.

Dazu servieren oder verschenken

  • Orecchiette con cime di rapa – der apulische Klassiker mit Stängelkohl, Knoblauch und Sardellen
  • Mit Brokkoli und Salsiccia – kräftig, würzig, in 20 Minuten fertig
  • Cremig mit Frühlingsgemüse: Probier sie in unseren cremigen Spargel-Orecchiette
  • Mit klassischer Tomatensauce: Auch top mit unserer Marinara-Tomatensoße
  • Mit Tomatensauce und Basilikum – schlicht und für alle, die es unkompliziert mögen
  • Als Geschenk: in einem schönen Einmachglas mit Kordel, dazu ein Kärtchen mit Kochzeit (ca. 10-12 Minuten für frisch getrocknete Pasta) und einem Sauce-Vorschlag

Rezept zum Nachkochen

Hier findest du das komplette Rezept zum Ausdrucken oder Speichern – mit allen Zutaten, Schritten und Nährwerten auf einen Blick.

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Handgemachte Orecchiette – frisch geformte Öhrchennudeln aus Hartweizengrieß in einem Glas, Nahaufnahme

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Handgemachte Orecchiette

Rezept von Benne Benzing

Handgemachte Orecchiette aus nur drei Zutaten – die klassischen Öhrchennudeln aus Apulien zum Selbermachen und Verschenken.



Zutaten

Skalieren
  • 280 g Semola (feiner italienischer Hartweizengrieß)
  • 130 ml warmes Wasser
  • 1 Prise Salz


Zubereitung

  1. Semola auf der Arbeitsfläche zu einem Haufen häufen, in der Mitte eine Mulde formen und warmes Wasser sowie Salz hineingeben.
  2. Mit einer Gabel von innen nach außen vermengen, bis ein Teig entsteht, dann 10–15 Minuten kräftig durchkneten, bis er glatt und geschmeidig ist.
  3. Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen.
  4. Portionsweise kleine Rollen von ca. 1 cm Dicke formen und in 1 cm breite Stücke schneiden.
  5. Mit einem Buttermesser bei 45° ansetzen, über die Arbeitsfläche ziehen und umstülpen, sodass die typische Öhrchenform entsteht.
  6. Auf einem mit Semola bestäubten Blech verteilen, ohne dass sich die Stücke berühren, und 24–48 Stunden lufttrocknen lassen.

Recipe Video

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Anmerkungen

In einem gut verschlossenen Glas oder Papiertütchen verpackt ein schönes DIY-Geschenk für Pasta-Fans.


Nährwerte

  • Portionsgröße: 1 Portion (ca. 100 g Nudeln)
  • Kalorien: 238
  • davon Zucker: 0 g
  • Fett: 1 g
  • Kohlenhydrate: 49 g
  • Ballaststoffe: 3 g
  • Eiweiß: 9 g

Häufige Fragen zu Orecchiette

Kann ich Semola durch normales Mehl ersetzen?

Nicht 1:1. Semola hat einen deutlich höheren Proteingehalt als Weizenmehl 405 und gibt dem Teig die nötige Festigkeit, damit die Öhrchenform beim Trocknen hält. Mit normalem Mehl wird der Teig zu weich und die Nudeln brechen leichter.

Wie lange halten sich getrocknete Orecchiette?

Komplett durchgetrocknet und in einem luftdichten Glas oder Beutel gelagert halten sie sich wie gekaufte Trockenpasta mehrere Wochen bis Monate. Wichtig ist, dass wirklich keine Restfeuchte mehr im Teig ist, bevor du sie verschließt.

Muss ich die Orecchiette vor dem Kochen einweichen?

Nein. Sie kommen direkt in kochendes Salzwasser, genau wie gekaufte Trockenpasta. Rechne mit etwas 10-12 Minuten Kochzeit, je nach Dicke – am besten regelmäßig probieren.

Woran erkenne ich, dass der Teig die richtige Konsistenz hat?

Er sollte sich fest anfühlen, aber nicht bröckeln, und beim Drücken mit dem Finger langsam zurückfedern. Klebt der Teig an den Händen, brauchst du mehr Semola zum Bestäuben; reißt er beim Formen, fehlt eventuell noch etwas Wasser.

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