Grünes Kräuteröl ist Folge 19 meiner Serie Selbstgemacht ist geiler als gekauft – intensiv-grünes, aromatisches Öl aus Schnittlauch, Spinat und Knoblauch, in wenigen Minuten selbst gemacht.
Dieses Öl ist Folge 19 meiner Serie Selbstgemacht ist geiler als gekauft, in der ich bis Weihnachten jeden Tag eine kulinarische Geschenkidee zeige. Leuchtend grüne Kräuteröle kennst du vielleicht aus der gehobenen Küche: Seit den 1980er-Jahren setzen Köche solche Öle als farbenfrohes Finish auf Suppen und Tellern ein. Die klassische Technik dafür ist eigentlich, Kräuter erst kurz zu blanchieren und eiskalt abzuschrecken, damit das Chlorophyll stabil bleibt und nicht braun oxidiert. Diese Version geht den direkten Weg: Kräuter und leicht erwärmtes Öl werden zusammen püriert, das spart einen Arbeitsschritt und funktioniert erstaunlich gut, weil die kurze Erwärmung die Zellwände der Kräuter aufbricht und die Aromen schneller ins Öl übergehen.
Der Grund, warum das Öl am Ende so klar und intensiv grün wird: Chlorophyll und viele Aromastoffe der Kräuter sind fettlöslich, sie wandern beim Pürieren ins Öl über. Das feine Sieb mit Küchenpapier hält anschließend die festen Pflanzenreste zurück und lässt nur das aromatisierte, gefärbte Öl durch – deshalb kann das Abtropfen auch etwas dauern. Richtig klares, intensives Kräuteröl braucht schlicht Geduld beim Filtern, wer drückt oder presst, holt zwar mehr Öl raus, macht es aber trüb.
Das Rezept im Video
Wie das Öl gefiltert wird und wie intensiv grün es am Ende ist, siehst du im Reel.
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Mehr InformationenZutaten für Grünes Kräuteröl
- Speiseöl: Die neutrale Basis, die Farbe und Aroma der Kräuter aufnimmt. Mildes Olivenöl oder Rapsöl, kein kräftiges natives Olivenöl – das würde den Kräutergeschmack überdecken.
- Schnittlauch: Der Hauptlieferant für die frische, milde Zwiebelnote und einen Großteil der intensiven grünen Farbe.
- Frischer Spinat: Bringt zusätzliches Chlorophyll für ein noch kräftigeres Grün und eine leicht erdige Tiefe, ohne selbst stark zu schmecken.
- Knoblauchzehe: Gibt dem Öl eine würzige Schärfe im Hintergrund. Wer es milder mag, nimmt eine kleinere Zehe oder lässt sie ganz weg.
Tipps für perfektes Kräuteröl
Zubereitung Schritt für Schritt
Die kompakte Version mit Mengen findest du weiter unten in der Rezeptkarte – hier ausführlich, worauf es bei den einzelnen Schritten ankommt.
Kräuter vorbereiten
Schnittlauch, Spinat und Knoblauch gründlich waschen und gut trocken tupfen.
Warum: Feuchtigkeit im Öl fördert späteren Verderb und trübt das Ergebnis.
Zerkleinern
Alles grob zerkleinern und in einen leistungsstarken Mixer geben.
Tipp: Grobes Schneiden reicht völlig, den Rest übernimmt der Mixer.
Öl erhitzen und zugeben
Das Öl in einem Topf auf 70 bis 80 °C erhitzen und sofort zu den Kräutern in den Mixer geben.
Warum diese Temperatur: Sie reicht, um die Zellwände der Kräuter zu öffnen, ohne die Aromen zu verbrennen.
Pürieren
Alles bei maximaler Leistung etwa 4 Minuten fein pürieren.
Woran du erkennst, dass es passt: Eine gleichmäßig feine, sämige, tiefgrüne Masse ohne erkennbare Stücke.
Abtropfen lassen
Ein feines Sieb mit Küchenpapier auslegen und die Kräutermasse langsam von selbst abtropfen lassen.
Warum Geduld: Nur so wird das Öl klar statt trüb – Drücken presst Pflanzenreste mit durch.
Abfüllen
Das tiefgrüne Öl in eine sterile Bügelflasche füllen und im Kühlschrank aufbewahren.
Tipp: Eine dunkle Flasche verlangsamt das Verblassen der Farbe zusätzlich.
Variationen
- Mit Basilikum statt Spinat: Mediterraner und intensiver im Geschmack.
- Mit Petersilie: Milder und klassischer, passt zu fast allem.
- Mit Chili: Für eine zusätzliche scharfe Note, etwa eine halbe Chilischote mitpürieren.
- Als Pesto: Für eine stückige, cremigere Variante probier unser Bärlauchpesto.
Was du dazu servierst
- Über frisch gekochter Pasta
- Auf Salaten statt normalem Öl
- In unserem Nudel-Kräuter-Salat statt normalem Öl
- Als Brotdip mit etwas Balsamico
- Als farbiges Finish auf Suppen
Rezept zum Nachmachen
Hier das komplette Kräuteröl kompakt zum Nachmachen, mit allen Mengen und Zeiten auf einen Blick.
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Grünes Kräuteröl
Intensiv-grünes, aromatisches Öl aus Schnittlauch, Spinat und Knoblauch – in wenigen Minuten selbst gemacht.
- Gesamtzeit2 hours 15 minutes
- Portionen19 1x
- ErnährungGlutenfrei, Vegan, Vegetarisch
Zutaten
- 300 ml hochwertiges Speiseöl (z. B. Rapsöl oder mildes Olivenöl)
- 100 g Schnittlauch
- 70 g frischer Spinat
- 1 Knoblauchzehe
Zubereitung
- Schnittlauch, Spinat und Knoblauch gründlich waschen und gut trocken tupfen.
- Alles grob zerkleinern und in einen leistungsstarken Mixer geben.
- Das Öl in einem Topf auf 70–80 °C erhitzen, dann sofort mit in den Mixer geben.
- Alles bei maximaler Power für ca. 4 Minuten fein pürieren.
- Ein feines Sieb mit Küchenpapier auslegen und die Kräutermasse langsam abtropfen lassen.
- Das tiefgrüne Öl in eine sterile Bügelflasche füllen und im Kühlschrank aufbewahren.
Recipe Video
Anmerkungen
[PRÜFEN] Nur das abgetropfte, gefilterte Öl wird als Endprodukt gerechnet (Kräuter-Feststoffe werden beim Filtern entfernt) – angenommen ca. 280 ml Rückgewinn aus 300 ml Ausgangsöl, als 19 Portionen à 1 EL (15 ml). Nur Spurenanteile der Kräuter-Nährwerte im filtrierten Öl berücksichtigt.
- Vorbereitung: 15 minutes
- Abtropfzeit: 2 hours
- Kategorie: Soßen & Dips
- Methode: Kalt zubereitet
Nährwerte
- Portionsgröße: 1 EL (15 ml)
- Kalorien: 131
- davon Zucker: 0 g
- Fett: 15 g
- Kohlenhydrate: 0 g
- Ballaststoffe: 0 g
- Eiweiß: 0 g
Häufige Fragen zu Grünem Kräuteröl
Wie lange ist das Öl haltbar?
Kühl und dunkel gelagert etwa 2 bis 3 Wochen. Da frische, nicht blanchierte Kräuter enthalten sind, ist es kürzer haltbar als reine Gewürzöle.
Warum verliert das Öl seine Farbe?
Licht, Wärme und Sauerstoff lassen das Chlorophyll langsam oxidieren. Eine dunkle Flasche im Kühlschrank verlangsamt das deutlich.
Kann man das Öl einfrieren?
Ja, zum Beispiel portionsweise in Eiswürfelform, für eine deutlich längere Haltbarkeit.
Welches Öl eignet sich am besten?
Ein geschmacksneutrales Öl wie Rapsöl oder ein mildes Olivenöl, damit die Kräuternote im Vordergrund bleibt.
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