Es gibt Gerichte, die brauchen kein Update, keine Neuinterpretation, keinen Twist – Lasagne ist eines davon. Schicht für Schicht Lasagneplatten, tief geschmorte Bolognese und eine samtige, selbstgemachte Béchamel, oben drauf reichlich Parmesan, der im Ofen goldbraun blubbert. Der Aufwand liegt vor allem im Warten: Die Bolognese braucht Zeit zum Köcheln, danach schichtet sich alles fast von selbst zusammen.
Dieses Rezept ist Folge 13 meiner Serie „Jo Benne, mach mal“ – ihr schreibt mir eure Wunschgerichte in die Kommentare, und ich koche sie nach. Diesmal ging es um den vielleicht bekanntesten italienischen Auflauf überhaupt.
Die Wurzeln der Lasagne reichen erstaunlich weit zurück: Schon im antiken Rom aß man flache Teigfladen namens „lagana“ mit Gemüse. Ihre heutige Form als geschichteter Nudelauflauf mit Käse entwickelte sich im Mittelalter, und im 13. Jahrhundert kam sie schließlich in Bologna an, wo sie bis heute als Lasagne alla Bolognese ihre offizielle Heimat hat. Die Tomate, ohne die wir uns Lasagne kaum vorstellen können, kam allerdings erst rund 200 Jahre später dazu – vor der Entdeckung Amerikas gab es sie in Europa schlicht noch nicht.
Die klassische Bologneser Lasagne besteht traditionell aus grünen, mit Spinat gefärbten Lasagneplatten, einem langsam geschmorten Ragù aus Rind, Schwein, Gemüse, Wein und Tomate, samtiger Béchamel und Parmigiano Reggiano. Diese Version hält sich eng an das Original, verzichtet aber bewusst auf die grüne Nudelfärbung und den Wein, um sie im Alltag unkomplizierter nachkochbar zu machen – am Ergebnis ändert das kaum etwas.
Lasagne im Video
Wie die Bolognese köchelt, die Béchamel entsteht und alles geschichtet wird, siehst du hier im Video.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenZutaten für deine Lasagne
Drei Komponenten, die zusammen die klassische Lasagne ergeben:
- Rinderhack: Die Basis der Bolognese – nicht zu mager, sonst wirkt die Sauce trocken.
- Karotten, Staudensellerie, Zwiebeln: Das Soffritto, die aromatische Grundlage jeder guten Bolognese.
- Stückige Tomaten & Tomatenmark: Geben der Sauce Fruchtigkeit und Tiefe.
- Butter & Mehl: Die Basis der Mehlschwitze für die Béchamel.
- Milch: Wird nach und nach in die Mehlschwitze gerührt, bis eine cremige Béchamel entsteht.
- Parmesan: Verteilt sich zwischen den Schichten und bildet die goldbraune Kruste obendrauf.
Tipps für die perfekte Lasagne
Zubereitung Schritt für Schritt
Die ausführliche Variante mit allen Kniffen. Wer direkt loslegen will, springt zur Rezept-Karte.
Gemüse vorbereiten und Hack anbraten
Karotten, Sellerie, Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. In einer tiefen Pfanne Olivenöl erhitzen und das Hackfleisch darin scharf anbraten, mit Pfeffer und Salz würzen.
Warum: Scharfes Anbraten sorgt für Röstaromen, die der fertigen Sauce später Tiefe geben.
Soffritto anschwitzen
Das Hackfleisch herausnehmen und das gewürfelte Gemüse in derselben Pfanne anbraten, bis es Farbe bekommt.
Tipp: Die Bratreste vom Hackfleisch am Pfannenboden geben dem Gemüse zusätzlichen Geschmack – nicht vorher auswischen.
Tomatenmark mitrösten
Tomatenmark zum Gemüse geben und bei mittlerer Hitze kurz mitrösten, dabei stetig rühren, bis es eine dunklere, fast ziegelrote Farbe annimmt.
Warum: Das kurze Anrösten nimmt dem Tomatenmark die Säure und konzentriert seinen Geschmack.
Bolognese köcheln lassen
Hackfleisch zurück in die Pfanne geben, stückige Tomaten, Lorbeerblätter, Oregano und Wasser hinzufügen. Mindestens 30 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen, je länger desto besser.
Woran du erkennst, dass sie fertig ist: Die Sauce ist dickflüssig, glänzt leicht und die Röstaromen haben sich vollständig mit den Tomaten verbunden.
Béchamel zubereiten
Butter in einem Topf schmelzen, Mehl einrühren und unter ständigem Rühren goldbraun anschwitzen. Nach und nach die Milch einrühren, bis eine cremige Sauce entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Achtung: Die Milch löffelweise zugeben und dabei ständig rühren – zu schnell zugegeben, klumpt die Sauce.
Schichten
Eine Auflaufform dünn mit Béchamel bestreichen, dann die erste Schicht Lasagneplatten auflegen. Abwechselnd Bolognese, Béchamel, etwas Parmesan und Lasagneplatten schichten, bis alle Zutaten aufgebraucht sind.
Tipp: Mit Bolognese, Béchamel und reichlich Parmesan abschließen – das ergibt die goldbraune Kruste.
Backen
Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C (Ober-/Unterhitze) 30–40 Minuten backen, je nach Höhe der Form, bis die Oberfläche goldbraun ist.
Servier-Detail: Vor dem Anschneiden kurz ruhen lassen, damit die Schichten beim Portionieren nicht auseinanderfallen.
Variationen
- Gemischtes Hack: Eine Mischung aus Rind- und Schweinehack ergibt eine noch saftigere Bolognese.
- Vegetarisch: Linsen oder eine Mischung aus Pilzen und Auberginen statt Hackfleisch funktionieren überraschend gut.
- Mit Spinat: Eine Lage blanchierter Spinat zwischen den Schichten bringt Frische und Farbe.
Was du dazu servierst
- Grüner Salat mit Vinaigrette — als frischer Kontrast zur schweren Lasagne
- Knoblauchbrot — für alle, die noch mehr Sauce auftunken wollen
- Ein Glas Rotwein — ein Chianti oder Sangiovese passt klassisch dazu
Rezept zum Nachkochen
Hier findest du das komplette Rezept zum Ausdrucken oder Speichern — mit allen Zutaten, Schritten und Nährwerten auf einen Blick.
Drucken
Lasagne
Klassische Lasagne mit langsam geschmorter Bolognese, hausgemachter Béchamel und reichlich Parmesan – der italienische Auflauf-Klassiker in Bestform.
- Gesamtzeit1 hour 55 minutes
- Portionen6 1x
Zutaten
- Lasagneplatten
- 200 g Parmesan
- Für die Bolognese:
- 800 g Rinderhack
- 3 Dosen stückige Tomaten
- 2 Karotten
- 3 Stangen Staudensellerie
- 2 Knoblauchzehen
- 2 Zwiebeln
- 2 EL Tomatenmark
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL Oregano
- Pfeffer & Salz
- 200 ml Wasser
- Olivenöl
- Für die Béchamel:
- 80 g Butter
- 80 g Mehl
- 1 l Milch
- Muskatnuss
- Pfeffer & Salz
Zubereitung
- Karotten, Sellerie, Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. In einer tiefen Pfanne Olivenöl erhitzen und das Hackfleisch scharf anbraten, mit Pfeffer und Salz würzen.
- Hackfleisch herausnehmen und das Gemüse in der gleichen Pfanne anbraten.
- Sobald das Gemüse Farbe bekommt, Tomatenmark dazugeben und kurz mitrösten.
- Hackfleisch, stückige Tomaten, Lorbeerblätter, Oregano und Wasser hinzufügen. Mindestens 30 Minuten leicht köcheln lassen.
- Butter in einem Topf schmelzen, Mehl dazugeben und unter Rühren goldbraun anschwitzen.
- Nach und nach die Milch einrühren, bis eine cremige Sauce entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
- Eine große Auflaufform dünn mit Béchamel bestreichen, dann die erste Schicht Lasagneplatten darauflegen.
- Abwechselnd Bolognese, Béchamel, etwas Parmesan und Lasagneplatten schichten, bis alle Zutaten aufgebraucht sind.
- Die letzte Schicht mit Bolognese, Béchamel und reichlich Parmesan abschließen.
- Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C (Ober-/Unterhitze) 30–40 Minuten backen.
Anmerkungen
Die Lasagne schmeckt aufgewärmt am nächsten Tag sogar noch besser.
- Vorbereitung: 40 minutes
- Kochzeit: 1 hour 15 minutes
- Kategorie: Hauptgerichte
- Methode: Backen
- Küche: Italienisch
Nährwerte
- Portionsgröße: 1 Portion
- Kalorien: 610
- davon Zucker: 9 g
- Fett: 34 g
- Kohlenhydrate: 38 g
- Ballaststoffe: 4 g
- Eiweiß: 38 g
Häufige Fragen zur Lasagne
Muss ich die Lasagneplatten vorkochen?
Bei den meisten handelsüblichen Platten nicht – sie garen in der feuchten Bolognese und Béchamel im Ofen mit. Nur bei sehr trockenen Platten hilft kurzes Vorkochen.
Kann ich Lasagne einfrieren?
Ja, sowohl fertig gebacken als auch roh geschichtet. Eingefroren hält sie sich bis zu drei Monate, am besten portionsweise auftauen.
Warum wird meine Lasagne beim Anschneiden matschig?
Meist ist die Béchamel zu dünn oder die Lasagne wurde nicht lange genug ruhen gelassen. Beides sorgt dafür, dass die Schichten beim Portionieren auseinanderlaufen.
Wie lange hält sich Lasagne im Kühlschrank?
Abgedeckt 3–4 Tage. Da sie aufgewärmt sogar noch besser schmeckt, eignet sie sich hervorragend zum Vorkochen für die ganze Woche.
Bock auf mehr?
Folge mir für täglich neue Rezepte und Küchen-Inspiration.
Lieber gemütlich ins Postfach?
Einmal im Monat schick ich dir mein Lieblingsrezept, Saisonales und ein paar Tipps.
Fast geschafft! Ich hab dir gerade eine Mail geschickt — klick da kurz auf den Bestätigungslink, dann bist du dabei. Schau auch im Spam-Ordner, falls sie sich versteckt.