Rhabarber
Rhabarber ist der erfrischend-säuerliche Frühlingsbote, der in Kuchen, Kompott und Desserts seine große Bühne hat. Botanisch ist er ein Gemüse, in der Küche behandeln wir ihn wie Obst. Seine knackig-sauren Stangen läuten die Saison ein – und enden, wie der Spargel, traditionell am Johannistag. Beim Verzehr gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten. Hier kommt alles über den Rhabarber: Saison, Oxalsäure, Lagerung und Küche.
Rheum rhabarbarum
Steckbrief
- Saison (frisch)
- April – Juni
- Botanisch
- Rheum rhabarbarum
- Familie / Gattung
- Knöterichgewächse (Polygonaceae)
- Herkunft / Anbau
- Deutschlandweit; Stängelgemüse wie Spargel
- Aufbewahrung
- kühl, in feuchtem Tuch – 2 bis 3 Tage
- Besonderheit
- Blätter giftig (Oxalsäure); Saisonende am Johannistag
Saison-Kalender für Rhabarber
Gerade keine frische Saison – ab April wieder.
Wann Rhabarber Saison hat
Rhabarber hat von April bis zum 24. Juni (Johannistag) Saison – genau wie der Spargel endet seine Ernte traditionell an diesem Tag. Das hat zwei gute Gründe: Zum einen steigt im Laufe der Saison der Oxalsäure-Gehalt in den Stangen deutlich an, zum anderen braucht die mehrjährige Pflanze danach eine Ruhephase, um Kraft für das nächste Jahr zu sammeln.
Meine Rezepte mit Rhabarber
Für Rhabarber habe ich noch kein Rezept hier – aber das kommt. Schau bald wieder vorbei.
Wie gesund ist Rhabarber?
Gut zu wissen
Rhabarber ist kalorienarm und liefert Vitamin C, Vitamin K, Kalium, Calcium und Ballaststoffe. Wegen der Oxalsäure (siehe oben) gilt: in Maßen und am besten gegart genießen. Als saisonaler Frühlingsgenuss in normaler Menge ist er eine gesunde, erfrischende Bereicherung.
Wichtig: Oxalsäure und die giftigen Blätter
Auch die Stangen enthalten Oxalsäure, die in größeren Mengen ungesund ist (greift den Zahnschmelz an, kann Nierensteine fördern, vermindert die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Eisen). Darum:
- Rhabarber lieber gegart als roh genießen (Kochen baut Oxalsäure teilweise ab) – roh höchstens 1–2 Stangen.
- Rote Sorten enthalten weniger Oxalsäure als grüne.
- Schälen reduziert die Oxalsäure zusätzlich (sie sitzt vor allem in der Schale).
- Menschen mit Nierenproblemen oder Gicht sollten wenig bis keinen Rhabarber essen.
Für gesunde Menschen ist Rhabarber in normalen Mengen unbedenklich.
Woran du guten Rhabarber erkennst
- Feste, knackige Stangen, die leicht glänzen
- Saftige, frische Schnittenden (nicht ausgetrocknet)
- Pralle, nicht welke oder schrumpelige Stangen
- Rote Sorten sind milder und oxalsäureärmer
Rhabarber richtig lagern
Frischer Rhabarber ist nur kurz haltbar – im Kühlschrank, in ein feuchtes Tuch gewickelt, etwa zwei bis drei Tage. Tipp: Möglichst frisch verarbeiten. Geputzt und geschnitten lässt er sich hervorragend einfrieren.
Rhabarber haltbar machen
Einfrieren ist ideal: gewaschen, geputzt und in Stücke geschnitten (roh) einfrieren – hält Monate und ist perfekt für Kuchen und Kompott außerhalb der Saison. Auch Kompott einkochen, Marmelade und Sirup sind klassische Wege, die kurze Saison zu konservieren.
Rhabarber in der Küche
In der Küche ein „Obst": klassisch im Rhabarberkuchen (mit Streuseln oder Baiser), als Kompott, im Crumble, als Marmelade/Konfitüre, als Sirup für Schorle und Limonade, im Kompott zu Milchreis und Joghurt, als Chutney zu Käse und herzhaft zu Fleisch. Er harmoniert wunderbar mit Erdbeeren, Vanille, Ingwer und etwas Zucker (der die Säure ausgleicht). Immer gegart verwenden.
Kurioses zum Rhabarber
Rhabarber führt zu einer ewigen Diskussion: Obst oder Gemüse? Botanisch ist er eindeutig Gemüse – wir essen den Blattstiel (Stängel), wie bei Mangold oder Sellerie. In der Küche dagegen behandeln wir ihn wie Obst, weil er süß-sauer in Kuchen und Desserts landet. In den USA wurde er 1947 sogar per Gerichtsentscheid offiziell zum „Obst" erklärt – aus Zollgründen, weil das günstiger war.
Häufige Fragen zu Rhabarber
Wann hat Rhabarber Saison?
Von April bis zum 24. Juni (Johannistag). Danach endet die Ernte, weil der Oxalsäuregehalt steigt und die Pflanze sich erholen muss.
Warum darf man Rhabarber nach dem 24. Juni nicht mehr ernten?
Weil der Oxalsäuregehalt in den Stangen stark ansteigt und die mehrjährige Pflanze eine Ruhephase braucht, um Kraft für die nächste Saison zu sammeln.
Sind Rhabarberblätter giftig?
Ja. Die Blätter enthalten sehr viel Oxalsäure und dürfen nicht gegessen werden. Nur die Stangen werden verwendet.
Kann man Rhabarber roh essen?
Nur in kleinen Mengen (höchstens 1–2 Stangen), besser gegart. Kochen baut Oxalsäure teilweise ab. Rote Sorten sind milder und oxalsäureärmer.
Ist Rhabarber Obst oder Gemüse?
Botanisch ein Gemüse (wir essen den Blattstiel wie bei Mangold). In der Küche behandeln wir ihn wie Obst, weil er süß-sauer in Kuchen und Desserts kommt.
Wer sollte mit Rhabarber vorsichtig sein?
Menschen mit Nierenproblemen oder Gicht sollten wegen der Oxalsäure wenig bis keinen Rhabarber essen. Für Gesunde ist er in normalen Mengen unbedenklich.
Wie lagert man Rhabarber?
Kühl, in ein feuchtes Tuch gewickelt, zwei bis drei Tage. Geputzt und geschnitten lässt er sich sehr gut einfrieren.
Womit harmoniert Rhabarber?
Besonders mit Erdbeeren, Vanille und Ingwer. Etwas Zucker gleicht die Säure aus. Klassisch im Kuchen, Kompott, Crumble und als Sirup.