Selbstgemachter Eierlikör – in Bügelflasche abgefüllt

Selbstgemachter Eierlikör

Cremig, samtig und mit einem ordentlichen Schuss Wodka: Dieser selbstgemachte Eierlikör schmeckt runder und weniger süß als die meisten Flaschen aus dem Supermarkt – und braucht nur fünf Zutaten und ein Wasserbad. Ein echter Oster-Klassiker zum Verschenken oder selbst Genießen.

Zeit2 Std 30 Min
SchwierigkeitEinfach
Portionen50 Gläschen
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Folge 3 von 10 meiner Oster-Sonderreihe „Selbstgemacht ist geiler als gekauft – Oster Edition“: Bis Ostern gibt’s jeden Tag eine kulinarische Geschenkidee. Alle Folgen findest du gesammelt auf der Themenseite „Selbstgemacht ist geiler als gekauft“.

Eierlikör hat eine überraschend internationale Geschichte. Seine Wurzeln liegen im 17. Jahrhundert bei den Ureinwohnern Brasiliens, die aus Avocado ein cremiges Getränk namens Abacate machten. Niederländische Händler brachten die Idee mit nach Europa, ersetzten die dort kaum erhältliche Avocado aber durch Eigelb – und tauften das Ergebnis Advocaat. Als Erfinder des modernen Eierlikörs gilt der Antwerpener Destillateur Eugen Verpoorten, der 1876 auf genau diese Idee kam. Bis heute ist Eierlikör vor allem in den Niederlanden und Deutschland ein fester Bestandteil der Festtagsküche – zu Ostern genauso wie zu Weihnachten.

Das Prinzip hat sich seitdem kaum verändert: Eigelb, Zucker und Alkohol werden im Wasserbad vorsichtig erwärmt, bis eine cremige, leicht dickliche Masse entsteht – ganz ähnlich wie bei einer Sauce Anglaise. Der große Vorteil beim Selbermachen: Du bestimmst selbst, wie viele Eigelb, wie viel Zucker und welcher Alkohol reinkommt. Das Ergebnis schmeckt runder und weniger künstlich süß als viele industrielle Varianten.

Eierlikör im Video

Hier siehst du, wie die Masse im Wasserbad andickt und wie der fertige Likör in die Flasche kommt.

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Zutaten für selbstgemachten Eierlikör

Fünf Zutaten, aber jede mit einer klaren Aufgabe:

  • Eigelb: Das Herzstück und der Bindemittel des Likörs. Möglichst frische Eier verwenden – frisches Eigelb lässt sich im Wasserbad besser aufschlagen und bindet zuverlässiger.
  • Sahne: Sorgt für die cremige, samtige Textur. Mindestens 30 % Fett verwenden, sonst wird der Likör dünnflüssiger und weniger vollmundig.
  • Wodka: Der neutrale Alkohol, der den Likör haltbar macht, ohne den Eigengeschmack zu überdecken. Ein günstiger Wodka reicht völlig, da er hier keine Hauptrolle im Geschmack spielt.
  • Puderzucker: Löst sich schneller und gleichmäßiger als normaler Zucker und verhindert, dass die Masse beim Aufschlagen körnig wird.
  • Vanilleextrakt: Rundet die Süße ab und gibt dem Likör die typische warme Note. Echter Extrakt statt Aroma schmeckt deutlich natürlicher.

Tipps für einen gelungenen Eierlikör

Temperatur im Blick behalten. Über 70 °C gerinnt das Eigelb und der Likör bekommt Klümpchen. Ein Küchenthermometer hilft, die angegebenen 65 °C zuverlässig zu treffen.
Immer weiterrühren. Im Wasserbad darf die Masse nie stillstehen – ständiges Rühren verteilt die Hitze gleichmäßig und verhindert, dass am Schüsselrand Eigelb-Stückchen anbrennen.
Durch ein Sieb gießen, auch wenn nichts verklumpt aussieht. Selbst bei sorgfältiger Zubereitung bleiben oft winzige Eigelb-Fäden zurück, die den Likör später nicht mehr cremig wirken lassen.
Flasche vorher sterilisieren. Eine kurz ausgekochte oder mit kochendem Wasser ausgespülte Flasche verlängert die Haltbarkeit des Likörs deutlich.

Zubereitung Schritt für Schritt

Hier die ausführliche Variante mit allen Kniffen. Wer schnell starten will, springt zur Rezept-Karte.

Eigelb schaumig schlagen

Die Eigelbe zusammen mit Vanilleextrakt und Puderzucker über einem heißen Wasserbad mit dem Schneebesen oder Handrührgerät schaumig schlagen, bis die Masse deutlich heller wird und an Volumen zunimmt.

Warum das Wasserbad: Die sanfte, indirekte Hitze verhindert, dass das Eigelb zu schnell erhitzt und gerinnt, während es trotzdem aufschlägt.

Sahne und Wodka vermischen

In einer separaten Schüssel Sahne und Wodka glatt verrühren, damit sich beides gleichmäßig verbindet, bevor es zur Eimasse kommt.

Tipp: Beide Zutaten vorher auf Zimmertemperatur bringen, sonst kühlt die warme Eigelbmasse beim Zusammenführen zu schnell ab.

Nach und nach zusammenführen

Die Sahne-Wodka-Mischung langsam, in kleinen Schüben, zur schaumigen Eigelbmasse geben und dabei ständig weiterrühren.

Warum langsam: Gießt du alles auf einmal dazu, kühlt die Masse zu abrupt ab und verbindet sich schlechter – das Ergebnis wird eher wässrig als cremig.

Im Wasserbad andicken lassen

Die Masse bei mittlerer Hitze (etwa 65 °C) etwa 4–5 Minuten weiterrühren, bis sie sichtbar andickt und leicht am Löffel hängen bleibt.

Achtung: Sobald sich am Schüsselboden feine Klümpchen bilden, ist die Hitze zu hoch – Topf kurz von der Wasserbad-Hitze nehmen und weiterrühren.

Durch ein feines Sieb gießen

Den fertigen Eierlikör durch ein feines Sieb in ein sauberes Gefäß gießen, um letzte Klümpchen zuverlässig herauszufiltern.

Warum: Auch bei perfekter Technik bleiben oft winzige gestockte Eiweißfäden zurück – das Sieb macht den Likör am Ende glatt und trinkfertig.

Abfüllen und kühlen

Den Likör noch heiß in eine sterile Flasche füllen, verschließen und im Kühlschrank vollständig auskühlen und durchziehen lassen.

Servier-Detail: Der Likör schmeckt erst nach ein paar Stunden im Kühlschrank richtig rund – frisch gemacht ist er noch etwas dünnflüssiger.

Variationen für Eierlikör

  • Alkohol: Statt Wodka Rum oder Weinbrand verwenden – beide bringen eine wärmere, würzigere Note als der neutrale Wodka.
  • Gewürze: Eine Prise Zimt oder etwas abgeriebene Orangenschale in die Sahne-Mischung geben für eine weihnachtlich-österliche Würze.
  • Weniger Alkohol: Die Wodka-Menge reduzieren und durch mehr Sahne ersetzen für eine mildere Variante.
  • Schokoladig: Einen Esslöffel Kakaopulver unterrühren für einen Mokka-Eierlikör mit dunklerer Farbe.
  • Ohne Alkohol: Wodka durch zusätzliche Sahne und einen Spritzer Rum-Aroma ersetzen für eine alkoholfreie Variante.
  • Andere Basis: Für eine weihnachtliche Frucht-Spirituose probier unseren Bratapfellikör – ein weiterer Klassiker zum Selbermachen.
  • Cremiger Vergleich: Wer Lust auf eine schokoladige Alternative hat, probiert unseren weißen Schokoladenlikör.

Verschenken und servieren

  • Pur im Gläschen — gut gekühlt zum Osterkaffee
  • Über Eis — für eine cremigere, gekühlte Variante
  • Als Mitbringsel — in einer hübschen Flasche mit selbst gestaltetem Etikett
  • Zum Dessert — als kleiner Schuss über Vanilleeis oder Kuchen

Rezept zum Nachkochen

Hier findest du das komplette Rezept zum Ausdrucken oder Speichern — mit allen Zutaten, Schritten und Nährwerten auf einen Blick.

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Selbstgemachter Eierlikör – in Bügelflasche abgefüllt

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Selbstgemachter Eierlikör

Cremig-samtiger Eierlikör aus Eigelb, Sahne und Wodka – der klassische Oster-Likör zum Selbermachen.


  • Gesamtzeit2 hours 30 minutes
  • Portionen50 1x
  • ErnährungVegetarisch

Zutaten

Skalieren
  • 8 Eigelb
  • 400 ml Sahne
  • 250 ml Wodka
  • 250 g Puderzucker
  • 1 EL Vanilleextrakt


Zubereitung

  1. Die Eigelbe zusammen mit dem Vanilleextrakt und dem Puderzucker über einem heißen Wasserbad schaumig schlagen.
  2. In einer separaten Schüssel Sahne und Wodka vermischen.
  3. Die Sahne-Alkohol-Mischung nach und nach zum Eigelb geben, dabei ständig weiterrühren.
  4. Die Masse im Wasserbad bei mittlerer Hitze (etwa 65 °C) ca. 4–5 Minuten weiterrühren, bis sie leicht andickt.
  5. Den fertigen Eierlikör durch ein feines Sieb gießen, um eventuelle Klümpchen zu entfernen.
  6. Noch heiß in eine sterile Flasche abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Anmerkungen

Der Eierlikör hält sich gekühlt etwa 4 bis 6 Wochen – aber meistens ist er vorher schon weg. Perfekt zum Verschenken oder selbst genießen.

  • Vorbereitung: 20 minutes
  • Kühlzeit vor dem Servieren: 2 hours
  • Kochzeit: 10 minutes
  • Kategorie: Getränke
  • Methode: Kochen
  • Küche: Deutsch

Nährwerte

  • Portionsgröße: 1 Gläschen (2 cl)
  • Kalorien: 61
  • davon Zucker: 5 g
  • Fett: 3 g
  • Kohlenhydrate: 5 g
  • Ballaststoffe: 0 g
  • Eiweiß: 1 g

Häufige Fragen zu selbstgemachtem Eierlikör

Wie lange ist selbstgemachter Eierlikör haltbar?

Gekühlt und in einer sauberen, gut verschlossenen Flasche hält er sich etwa 4 bis 6 Wochen. Durch den Alkoholgehalt und die Kühlung ist er länger haltbar als reine Milchprodukte, aber meistens ist er ohnehin vorher schon leer.

Warum ist mein Eierlikör klumpig geworden?

Meist war das Wasserbad zu heiß, wodurch das Eigelb stellenweise gerinnt. Ein Sieb rettet die Konsistenz meistens trotzdem – für die Zukunft die Temperatur mit einem Thermometer kontrollieren.

Kann ich den Alkohol weglassen?

Technisch ja, dann verkürzt sich aber die Haltbarkeit deutlich, da der Alkohol als natürliches Konservierungsmittel wirkt. Eine alkoholfreie Variante solltest du innerhalb weniger Tage aufbrauchen.

Was ist der Unterschied zwischen Eierlikör und Advocaat?

Rechtlich darf sich nur ein Eierlikör mit mindestens 140 g Eigelb und 150 g Invertzucker pro Liter „Advocaat“ nennen. Im Alltag werden die Begriffe aber oft synonym verwendet.

Ist der Eierlikör glutenfrei?

Ja, Eigelb, Sahne, Wodka, Puderzucker und Vanilleextrakt enthalten von Natur aus kein Gluten.

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