Quitten
Die Quitte ist die goldene Nachzüglerin des Obstjahres und ein kleines Comeback-Wunder. Lange war sie fast vergessen – zu hart, zu pelzig, nicht roh zu essen. Aber wer einmal selbstgemachtes Quittengelee oder Quittenbrot probiert hat, ist verloren. Ihr betörender Duft allein lohnt schon den Aufwand. Hier kommt alles über die Quitte: Saison, Apfel- vs. Birnenquitte, Verarbeitung und Küche.
Cydonia oblonga
Steckbrief
- Saison (frisch)
- September – November
- Botanisch
- Cydonia oblonga
- Familie / Gattung
- Rosengewächse (Rosaceae), Kernobst
- Herkunft / Anbau
- In DE in Gärten und auf Streuobstwiesen; wärmeliebend
- Aufbewahrung
- kühl und luftig – 2 bis 3 Monate
- Besonderheit
- roh kaum essbar (hart, herb) – fast immer gekocht; intensiver Duft
Saison-Kalender für Quitten
Hat jetzt Saison – frisch aus der Region.
Wann Quitten Saison haben
Die Quitte ist der saisonale Nachzügler: Sie reift von September bis November und gehört damit zu den letzten Früchten des Jahres, oft erst nach den ersten kühlen Nächten. Reife Quitten erkennt man am Farbwechsel von Grün zu leuchtendem Gelb und am intensiven, würzig-süßen Duft, der den ganzen Raum erfüllt. Vor dem ersten Frost sollten sie geerntet sein.
Meine Rezepte mit Quitten
Für Quitten habe ich noch kein Rezept hier – aber das kommt. Schau bald wieder vorbei.
Wie gesund sind Quitten?
Gut zu wissen
Quitten sind reich an Vitamin C, Ballaststoffen (besonders Pektin) und Kalium. Das viele Pektin macht sie zur idealen Gelier-Frucht – Quittengelee braucht kaum Zusätze. Roh sind sie wegen der Härte und Gerbstoffe ungenießbar, gekocht aber gut verträglich und mit ihrem hohen Pektingehalt sogar verdauungsfördernd. Der typische Quittenflaum auf der Schale enthält Bitterstoffe und sollte vor der Verarbeitung abgerieben werden.
Apfelquitte oder Birnenquitte?
Quitten teilt man grob in zwei Typen – der Name bezieht sich auf die Form, nicht den Geschmack:
Apfelquitte
Rundlich, apfelförmig. Intensiver, säuerlich-herb und fruchtig-zitronig im Geschmack. Festes Fruchtfleisch.
Birnenquitte
Länglich, birnenförmig. Etwas milder und weicher, oft etwas leichter zu verarbeiten.
Für Gelee und Mus eignen sich beide; die Apfelquitte ist aromatisch-intensiver.
Woran du gute Quitten erkennst
- Gleichmäßig leuchtend gelbe Farbe (grün = unreif)
- Intensiver, würzig-süßer Duft
- Feste, unverletzte Frucht ohne faule oder braune Stellen
- Der pelzige Flaum löst sich bei Reife leicht ab
Quitten richtig lagern
Quitten sind erstaunlich lange haltbar: kühl und luftig gelagert (lose in Kisten, z.B. im Keller) halten sie zwei bis drei Monate. Wichtig: keine Druckstellen, da diese schnell faulen. Etwas früher (beim Farbumschlag) geerntete Quitten reifen nach und lagern länger.
Quitten verarbeiten und haltbar machen
Quitten werden fast immer gekocht. Vor der Verarbeitung den Flaum abreiben, waschen, je nach Rezept schälen und das harte Kerngehäuse entfernen (das Schneiden braucht ein scharfes Messer und etwas Kraft). Klassiker:
- Quittengelee – dank viel Pektin fast ein Selbstläufer
- Quittenbrot (Quittenkäse) – eingedickte, geschnittene Fruchtmasse
- Quittenmus und Kompott
- Quittenlikör und Quittensaft
- Mitkochen von Schalen/Kerngehäuse gibt extra Pektin und Aroma
Quitten in der Küche
Süß als Gelee, Mus, Brot, im Kuchen oder Kompott. Herzhaft ist die Quitte ein Geheimtipp: gekocht zu Wild und Braten, im Schmorgericht, als Chutney zu Käse (eine spanische Tradition: Membrillo zu Manchego). Ein paar Spalten mitgeschmort geben Eintöpfen ein feines Aroma. Der Duft einer Schale Quitten parfümiert ganz nebenbei den Raum.
Kurioses zur Quitte
Die Quitte gilt als eine der ältesten Kulturfrüchte überhaupt – manche Forscher vermuten, dass der „Apfel" in vielen antiken Mythen (etwa der Zankapfel oder die Früchte im Garten der Hesperiden) eigentlich eine Quitte war. In der Antike war sie ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit und wurde Brautpaaren geschenkt.
Häufige Fragen zu Quitten
Wann haben Quitten Saison?
Von September bis November. Die Quitte ist ein Nachzügler und wird oft erst nach den ersten kühlen Nächten reif, vor dem ersten Frost.
Kann man Quitten roh essen?
In der Regel nicht. Sie sind hart, herb und gerbstoffreich. Quitten werden fast immer gekocht – als Gelee, Mus, Brot oder Kompott.
Was ist der Unterschied zwischen Apfel- und Birnenquitte?
Der Name bezieht sich auf die Form. Apfelquitten sind rund und intensiver-herber, Birnenquitten länglich und etwas milder. Beide eignen sich für Gelee und Mus.
Wie lange halten Quitten?
Kühl und luftig gelagert zwei bis drei Monate. Getrennt von anderem Obst, weil ihr starker Duft sich überträgt.
Muss man den Flaum von Quitten entfernen?
Ja, der pelzige Flaum enthält Bitterstoffe und wird vor der Verarbeitung abgerieben. Bei reifen Früchten löst er sich leicht.
Warum gelieren Quitten so gut?
Sie enthalten besonders viel Pektin – das natürliche Geliermittel. Deshalb gelingt Quittengelee fast ohne Zusätze. Schalen und Kerngehäuse mitzukochen verstärkt den Effekt.
Wofür verwendet man Quitten?
Für Gelee, Quittenbrot, Mus, Kompott, Likör und Saft. Herzhaft zu Wild, im Chutney und als Käse-Begleiter (Membrillo).
Sind Quitten gesund?
Ja. Gekocht liefern sie Vitamin C, viel Pektin (Ballaststoffe) und Kalium und sind gut verträglich und verdauungsfördernd.