Esskastanien
Die Esskastanie – ihre größere, süßere Zuchtform kennen wir als Marone – ist die wärmende Seele des Herbstes und Winters: Der Duft frisch gerösteter Maronen gehört zu jedem Weihnachtsmarkt. Anders als alle anderen Nüsse ist sie fettarm und stärkereich, fast wie eine Kartoffel – ein sättigendes, glutenfreies Naturprodukt mit großer Geschichte. Hier kommt alles über die Esskastanie: Saison, Esskastanie vs. Marone, Lagerung und Küche.
Castanea sativa
Steckbrief
- Saison (frisch)
- September – Dezember
- Botanisch
- Castanea sativa
- Familie / Gattung
- Buchengewächse (Fagaceae)
- Herkunft / Anbau
- v.a. Süddeutschland (Weinregionen); viel Import (Italien, Spanien)
- Aufbewahrung
- kühl, kurz haltbar – am besten zeitnah verbrauchen
- Besonderheit
- fettarm und stärkereich (anders als alle anderen Nüsse); glutenfrei
Saison-Kalender für Esskastanien
Gerade keine frische Saison – ab September wieder.
Wann Esskastanien Saison haben
Esskastanien und Maronen haben von September bis Dezember Saison – die Ernte beginnt Ende September, wenn die stacheligen Fruchtbecher aufplatzen und die Früchte freigeben. In Deutschland wachsen Esskastanien vor allem in den wärmeren Weinregionen entlang des Rheins; der Großteil der Handelsware kommt aus Italien, Spanien und der Türkei. Es ist das klassische Herbst- und Weihnachtsmarkt-Gut.
Meine Rezepte mit Esskastanien
Für Esskastanien habe ich noch kein Rezept hier – aber das kommt. Schau bald wieder vorbei.
Wie gesund ist die Esskastanie?
Gut zu wissen
Die Esskastanie ist die große Ausnahme unter den Nüssen: Sie ist fettarm und stärkereich (also eher wie eine Kartoffel oder Getreide). Sie liefert komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, hochwertiges Eiweiß, B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Magnesium und Eisen – und ist von Natur aus glutenfrei und basisch. Damit ist sie sättigend und gut verträglich; geröstet wird sie durch die Umwandlung von Stärke in Zucker süß.
Esskastanie oder Marone – und nicht zu verwechseln!
Esskastanie (Edelkastanie)
Die wilde Stammform, kleiner, flacher, mit mehreren Früchten im Fruchtbecher.
Marone
Die veredelte Zuchtform: größer, runder, süßer und aromatischer, leichter zu schälen. Die „bessere" Esskastanie.
Woran du gute Esskastanien erkennst
- Glänzende, pralle, schwere Früchte mit fester Schale
- Keine Löcher (Wurmbefall), Risse oder schimmeligen Stellen
- Nicht eingetrocknet oder leicht (= alt)
- Frische, glatte braune Schale
Esskastanien richtig lagern
Esskastanien sind nicht lange haltbar (hoher Wassergehalt) und sollten möglichst zeitnah verbraucht werden. Im Kühlschrank halten sie einige Tage bis ein, zwei Wochen. Sie lassen sich aber gut einfrieren – roh (eingeschnitten) oder gegart und geschält.
Esskastanien zubereiten und haltbar machen
Haltbar machen: einfrieren (roh oder gegart/geschält), zu Maronenpüree oder -mehl verarbeiten, einkochen oder kandieren (Marrons glacés!).
Esskastanien in der Küche
Süß und herzhaft vielseitig: klassisch heiß geröstet als Maroni, als Beilage zu Wild, Gans und Ente, in der Füllung (Weihnachtsgans!), in cremiger Maronensuppe, als Püree, im Risotto, zu Rosenkohl und Wirsing, im Kuchen und Dessert (Vermicelles/Mont Blanc), als kandierte Marrons glacés, als glutenfreies Maronenmehl für Brot, Polenta und Gnocchi. Sie passen zu Wild, Kohl, Sahne, Schokolade, Vanille und Rosmarin.
Kurioses zur Esskastanie
Die Esskastanie war jahrhundertelang das „Brot der Armen": In den Bergregionen Südeuropas war sie ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel – man sagte, ein einziger Kastanienbaum genüge, um eine Person durch den Winter zu bringen. Zu Mehl gemahlen wurde sie zu Brot verbacken, lange bevor Kartoffel und Mais nach Europa kamen. Heute, als Delikatesse und gesunde, glutenfreie Alternative, feiert die einstige Arme-Leute-Speise ein großes Comeback. 2018 wurde die Esskastanie sogar zum „Baum des Jahres" gewählt – auch, weil sie als klimaresistente Baumart der Zukunft gilt.
Häufige Fragen zu Esskastanien
Wann haben Esskastanien und Maronen Saison?
Von September bis Dezember, die Ernte beginnt Ende September. Es ist das klassische Herbst- und Weihnachtsmarkt-Gut.
Was ist der Unterschied zwischen Esskastanie und Marone?
Die Marone ist die veredelte Zuchtform der Esskastanie – größer, runder, süßer, aromatischer und leichter zu schälen. Beide sind essbar.
Sind Esskastanien und Rosskastanien dasselbe?
Nein! Sie sind nicht verwandt. Rosskastanien (rund, aus dem Park) sind ungenießbar und leicht giftig. Essbar sind nur Esskastanien/Maronen mit stacheligem Fruchtbecher und abgeflachter Form mit Spitze.
Warum sind Maronen anders als andere Nüsse?
Sie sind fettarm und stärkereich – eher wie eine Kartoffel als wie eine Nuss. Dadurch sind sie sättigend, glutenfrei und gut verträglich.
Wie testet man, ob Maronen frisch sind?
In Wasser legen: Sinken sie, sind sie frisch und voll. Schwimmen sie oben, sind sie alt, ausgetrocknet oder hohl – diese aussortieren.
Wie röstet man Maronen?
Kreuzweise einschneiden (sonst platzen sie), bei ca. 200 °C im Ofen rösten, bis die Schale aufreißt und sich nach oben wölbt, dann warm pellen.
Wie lagert man Esskastanien?
Sie sind nur kurz haltbar – am besten zeitnah verbrauchen, im Kühlschrank einige Tage bis zwei Wochen. Gut einfrierbar (roh eingeschnitten oder gegart).
Wozu passen Maronen?
Geröstet als Maroni, zu Wild, Gans und Ente, in der Füllung, in Suppe, Püree, Risotto, zu Rosenkohl und im Dessert. Sie passen zu Kohl, Sahne, Schokolade und Vanille.