Liebstöckel

Liebstöckel

Liebstöckel ist das Kraut, das jeder kennt, ohne es zu kennen – denn sein kräftiges, herzhaftes Aroma erinnert verblüffend an Maggi-Würze. Nicht umsonst heißt es im Volksmund „Maggikraut". Ein einziges Blatt würzt eine ganze Suppe. Die mächtige Staude ist ein altes Bauerngarten-Kraut mit enormer Würzkraft. Hier kommt alles über den Liebstöckel: Saison, das Maggi-Geheimnis, Lagerung und Küche.

Levisticum officinale

Steckbrief

Saison (frisch)
April – Oktober
Botanisch
Levisticum officinale
Familie / Gattung
Doldenblütler (Apiaceae)
Herkunft / Anbau
Deutschlandweit; mehrjährige, winterharte Staude (bis 2 m)
Aufbewahrung
kühl, im feuchten Tuch; getrocknet lange
Besonderheit
schmeckt wie Maggi ("Maggikraut"); extrem würzig, sparsam dosieren

Saison-Kalender für Liebstöckel

  1. Jan
  2. Feb
  3. Mär
  4. Apr
  5. Mai
  6. Jun
  7. Jul
  8. Aug
  9. Sep
  10. Okt
  11. Nov
  12. Dez

Hat jetzt Saison – frisch aus der Region.

Wann Liebstöckel Saison hat

Frischer Liebstöckel hat von April bis Oktober Saison. Als mehrjährige, sehr winterharte Staude (sie verträgt bis etwa -20 °C) treibt er im Frühjahr kräftig wieder aus und wird über die Jahre bis zu zwei Meter hoch – ein imposanter, langlebiger Dauergast im Garten. Getrocknet ist er ganzjährig verfügbar.

Meine Rezepte mit Liebstöckel

Für Liebstöckel habe ich noch kein Rezept hier – aber das kommt. Schau bald wieder vorbei.

Wie gesund ist Liebstöckel?

Gut zu wissen

Liebstöckel enthält ätherische Öle, die (vor allem in der Wurzel) stark entwässernd (harntreibend) wirken – er wird in Arzneimitteln gegen Harnwegsbeschwerden eingesetzt. Außerdem wirkt er verdauungsfördernd und appetitanregend. Wichtiger Hinweis: Wegen der harntreibenden und wehenfördernden Wirkung sollten Schwangere sowie Menschen mit Nierenerkrankungen Liebstöckel (vor allem als Tee/Arznei) meiden.

Das Maggi-Geheimnis

Wer also den typischen „Suppengeschmack" natürlich erzeugen will, ist mit Liebstöckel bestens bedient.

Woran du guten Liebstöckel erkennst

  • Frische, kräftig grüne, glänzende, gefiederte Blätter (ähneln Sellerie)
  • Keine welken, gelben oder schlaffen Stellen
  • Intensiver, an Maggi/Sellerie erinnernder Duft
  • Pralle, feste Stängel

Liebstöckel richtig verwenden und lagern

Liebstöckel darf mitkochen – frische Zweige oder getrocknete Blätter mitgaren, das gibt Suppen und Eintöpfen Tiefe. Frische, fein gehackte Blätter erst am Ende zugeben, wenn das volle frische Aroma erhalten bleiben soll. Sehr sparsam dosieren! Frischer Liebstöckel hält im Kühlschrank einige Tage in feuchtem Tuch. Getrocknet hält er lange.

Liebstöckel haltbar machen

Trocknen gelingt gut (er behält viel Aroma) – Blätter trocknen und gerebelt aufbewahren. Eine besondere Spezialität ist die Maggikraut-Paste: Blätter mit Salz pürieren und im Kühlschrank aufbewahren – so hält das Würzkraut bis zu einem Jahr. Auch Einfrieren und die Samen als Gewürz sind möglich.

Liebstöckel in der Küche

Der natürliche Suppenwürzer: in Brühen, Suppen und Eintöpfen (gibt den typischen „Suppengeschmack"), in herzhaften Soßen und Schmorgerichten, an deftigem Fleisch, in Salatdressings, an Kartoffeln und Gemüse. Auch die Wurzel und die Samen sind verwendbar. Wegen der enormen Würzkraft immer sparsam einsetzen. Er passt zu Suppe, Eintopf, Fleisch, Kartoffel und Hülsenfrüchten.

Kurioses zum Liebstöckel

Der Name „Liebstöckel" hat trotz des „Liebe"-Anklangs nichts mit Romantik zu tun – er ist vermutlich eine volkstümliche Umdeutung des lateinischen „Levisticum" (das wiederum auf „Ligusticum", also „aus Ligurien stammend", zurückgeht). Trotzdem galt das Kraut im Mittelalter als Liebes- und Zaubermittel und wurde in Liebestränke gemischt. Bis heute ist es ein klassisches Bauerngarten-Kraut, das oft seit Generationen am selben Fleck wächst.

Häufige Fragen zu Liebstöckel

Wann hat Liebstöckel Saison?

Frischer Liebstöckel von April bis Oktober. Als sehr winterharte, mehrjährige Staude treibt er kräftig wieder aus und wird bis zu zwei Meter hoch.

Warum heißt Liebstöckel „Maggikraut"?

Weil sein kräftiges Aroma verblüffend an Maggi-Würze erinnert. Die Maggi-Würze selbst enthält aber gar keinen Liebstöckel – der Geschmack ist nur sehr ähnlich.

Wie dosiert man Liebstöckel?

Sehr sparsam – er ist extrem würzig. Schon ein einziges Blatt würzt eine ganze Suppe.

Wofür verwendet man Liebstöckel?

Als natürlichen Suppenwürzer in Brühen, Suppen, Eintöpfen, herzhaften Soßen und Schmorgerichten. Er gibt den typischen „Suppengeschmack".

Was ist Maggikraut-Paste?

Eine Konservierungsform – Liebstöckelblätter werden mit Salz püriert und halten im Kühlschrank bis zu einem Jahr als natürliches Würzmittel.

Wer sollte Liebstöckel meiden?

Schwangere und Menschen mit Nierenerkrankungen sollten Liebstöckel (vor allem als Tee/Arznei) meiden, da er stark harntreibend und wehenfördernd wirkt.

Darf man Liebstöckel mitkochen?

Ja, frische Zweige oder getrocknete Blätter dürfen mitgaren und geben Suppen Tiefe. Für volles frisches Aroma fein gehackt erst am Ende zugeben.

Ist Liebstöckel gesund?

Ja, er wirkt verdauungsfördernd und stark entwässernd (wird bei Harnwegsbeschwerden eingesetzt). Wegen der harntreibenden Wirkung in Maßen genießen.