Kartoffeln
Die Kartoffel ist der wohl wichtigste Sattmacher der deutschen Küche – vielseitig, sättigend, günstig und unfassbar wandelbar. Ob als Salzkartoffel, Püree, Pommes, Bratkartoffeln, Knödel oder Auflauf: Kaum ein Lebensmittel kann so viel. Der Schlüssel zum perfekten Gericht ist der richtige Kochtyp. Hier kommt alles über die Kartoffel: Saison, festkochend vs. mehlig, der wichtige Lager-Hinweis und Küche.
Solanum tuberosum
Steckbrief
- Saison (frisch)
- Juni – November
- Geschützt / Lager
- Januar – April, Dezember
- Botanisch
- Solanum tuberosum
- Familie / Gattung
- Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- Herkunft / Anbau
- Ursprung Südamerika (Anden); deutschlandweit angebaut
- Aufbewahrung
- kühl (nicht im Kühlschrank!), dunkel, luftig – Monate
- Besonderheit
- grüne Stellen und Keime giftig (Solanin); 3 Kochtypen
Saison-Kalender für Kartoffeln
Hat jetzt Saison – frisch aus der Region.
Wann Kartoffeln Saison haben
Frühkartoffeln werden ab Juni geerntet – zart, dünnschalig, nicht lagerfähig. Die Haupternte der Lagerkartoffeln ist von September bis November. Durch sehr gute Lagerfähigkeit sind heimische Kartoffeln praktisch das ganze Jahr verfügbar. Sie ist das wichtigste heimische Grundnahrungsmittel und in unzähligen Sorten erhältlich.
Meine Rezepte mit Kartoffeln
Wie gesund sind Kartoffeln?
Gut zu wissen
Kartoffeln sind viel besser als ihr „Dickmacher"-Ruf: Sie sind fettarm, liefern hochwertiges pflanzliches Eiweiß, viel Kalium, Vitamin C, B-Vitamine und Ballaststoffe – besonders in und unter der Schale. Erst die fettreiche Zubereitung (Pommes, Chips) macht sie kalorienreich. Als Pell- oder Salzkartoffel sind sie ein gesundes, sättigendes Grundnahrungsmittel.
Festkochend, vorwiegend festkochend oder mehlig?
Der wichtigste Punkt für gutes Gelingen – der Kochtyp steht immer auf der Verpackung:
Festkochend
Bleibt schnittfest, fällt nicht auseinander. Für Salzkartoffeln, Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Gratin.
Vorwiegend festkochend
Der Allrounder. Für fast alles: Salz-, Pell-, Bratkartoffeln, Eintöpfe, Pommes.
Mehligkochend
Locker, „mehlig", zerfällt leicht. Für Püree, Knödel, Suppen, Klöße, Gnocchi.
Wichtig: grüne Stellen und Keime
Kartoffeln richtig lagern
Ideal: kühl (ca. 4–10 °C), dunkel und luftig (Keller, Speisekammer). Dunkel ist wichtig, sonst werden sie grün. Nicht neben Äpfeln lagern (Ethylen lässt sie schneller keimen). Frühkartoffeln zügig verbrauchen, Lagerkartoffeln halten Monate.
Kartoffeln in der Küche
Schier endlos: Salz- und Pellkartoffeln, Püree, Bratkartoffeln, Pommes, Kroketten, Gratin/Auflauf, Knödel und Klöße, Kartoffelsalat, Suppe, Rösti, Gnocchi, Ofenkartoffeln, Kartoffelpuffer (Reibekuchen). Mit Schale gekochte Pellkartoffeln sind am nährstoffreichsten. Sie passt zu fast allem – Butter, Quark, Kräuter, Speck, Käse.
Kurioses zur Kartoffel
Die Kartoffel kam erst im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa und wurde zunächst nur als Zierpflanze angebaut – die Menschen aßen anfangs aus Unwissenheit die giftigen grünen Beeren statt der Knollen. In Preußen musste Friedrich der Große den Anbau per „Kartoffelbefehl" durchsetzen. Eine Legende besagt, er ließ Kartoffelfelder bewachen, um sie begehrt zu machen – die Wachen sollten absichtlich nicht zu gut aufpassen, damit die Bauern die „wertvollen" Knollen stehlen und selbst anbauen.
Häufige Fragen zu Kartoffeln
Wann haben Kartoffeln Saison?
Frühkartoffeln ab Juni, Haupternte der Lagerkartoffeln September bis November. Durch gute Lagerung sind heimische Kartoffeln praktisch ganzjährig verfügbar.
Was ist der Unterschied zwischen festkochend und mehligkochend?
Festkochende bleiben schnittfest (für Salat, Bratkartoffeln, Gratin), mehligkochende zerfallen leicht (für Püree, Knödel, Suppen). Vorwiegend festkochende sind der Allrounder.
Warum gehören Kartoffeln nicht in den Kühlschrank?
Durch die Kälte wandelt sich Stärke in Zucker – sie schmecken süßlich und können beim Frittieren mehr Acrylamid bilden. Besser kühl, dunkel und luftig lagern.
Sind grüne Stellen an Kartoffeln giftig?
Ja, grüne Stellen und Keime enthalten giftiges Solanin – großzügig wegschneiden. Stark grüne oder stark gekeimte Kartoffeln nicht mehr essen.
Wie lagert man Kartoffeln richtig?
Kühl (4–10 °C), dunkel und luftig (Keller, Speisekammer). Dunkel ist wichtig (sonst werden sie grün), nicht neben Äpfeln (Ethylen fördert Keimen).
Machen Kartoffeln dick?
Nein, an sich nicht – sie sind fettarm und sättigend. Erst die fettreiche Zubereitung (Pommes, Chips) macht sie kalorienreich. Pell- und Salzkartoffeln sind gesund.
Muss man Kartoffeln schälen?
Nicht unbedingt. In und unter der Schale stecken die meisten Nährstoffe – Pellkartoffeln mit Schale sind am gesündesten. Grüne Stellen aber immer entfernen.
Sind Kartoffeln gesund?
Ja. Sie sind fettarm und liefern hochwertiges Eiweiß, Kalium, Vitamin C und Ballaststoffe. Ein gesundes Grundnahrungsmittel – auf fettarme Zubereitung achten.


