Rettich
Der Rettich ist der große, scharfe Bruder des Radieschens – in Bayern liebevoll „Radi" genannt und untrennbar mit Brotzeit und Biergarten verbunden. Ob weiß, rot oder schwarz, mild oder feurig scharf: Der Rettich bringt Würze und ist ein traditionelles Gesundheitsgemüse. Hier kommt alles über den Rettich: Saison, die Sorten, der Salz-Trick und Küche.
Raphanus sativus var. longipinnatus
Steckbrief
- Saison (frisch)
- April – November
- Botanisch
- Raphanus sativus var. longipinnatus
- Familie / Gattung
- Kreuzblütler (Brassicaceae)
- Herkunft / Anbau
- Deutschlandweit; in Bayern „Radi"
- Aufbewahrung
- kühl, ohne Grün – ein bis zwei Wochen
- Besonderheit
- Schärfe von Senfölen; Schwarzrettich als Winter-Heilmittel
Saison-Kalender für Rettich
Hat jetzt Saison – frisch aus der Region.
Wann Rettich Saison hat
Weißer und roter Sommerrettich hat von April bis November Saison. Der Schwarzrettich (Winterrettich) ist – durch gute Lagerfähigkeit – auch im Winter verfügbar. Damit gibt es fast ganzjährig heimischen Rettich in der einen oder anderen Form.
Meine Rezepte mit Rettich
Wie gesund ist Rettich?
Gut zu wissen
Rettich ist kalorienarm und reich an Vitamin C, Kalium und Calcium. Seine Schärfe kommt von Senfölen (Senfölglykosiden), denen eine antibakterielle und schleimlösende Wirkung zugeschrieben wird. Schwarzrettich-Sirup (mit Honig oder Kandis) ist ein altes Hausmittel bei Husten und Erkältung. Bei moderater Verträglichkeit ein gesundes, würziges Gemüse.
Welche Rettich-Sorten gibt es?
Weißer Rettich (z.B. Bier-/Münchner Rettich, Daikon)
Mild bis mittelscharf, saftig. Der Brotzeit-Klassiker und das asiatische Daikon-Gemüse.
Roter Rettich
Hübsche rote Schale, weißes Fleisch, mittelscharf.
Schwarzer Rettich (Winterrettich)
Schwarze Schale, sehr scharf und würzig, lange lagerfähig. Das Heilmittel-Gemüse.
Der Salz-Trick gegen Schärfe
Der „Radi-Schnecken-Schnitt" (spiralförmig aufschneiden) und Salzen ist der bayerische Klassiker zur Brotzeit.
Woran du guten Rettich erkennst
- Feste, pralle Wurzel ohne weiche oder pelzige Stellen
- Glatte, unverletzte Schale
- Bei frischer Ware: knackiges grünes Laub
- Schwer in der Hand (= saftig, nicht ausgetrocknet)
Rettich richtig lagern
Das Grün abdrehen (entzieht Feuchtigkeit). Im Gemüsefach des Kühlschranks hält Sommerrettich ein bis zwei Wochen, am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt. Schwarzrettich ist deutlich länger lagerfähig (Wochen bis Monate im kühlen Keller).
Rettich haltbar machen
Sommerrettich ist eher ein Frischgemüse. Schwarzrettich lässt sich gut lagern. Einlegen (asiatischer Daikon ist oft eingelegt) und Fermentieren sind möglich. Schwarzrettich-Hustensaft ist eine traditionelle „Konservierung" als Hausmittel.
Rettich in der Küche
Klassisch roh zur Brotzeit (gesalzen, in Scheiben oder Spiralen), im Salat, fein gehobelt aufs Butterbrot. In der asiatischen Küche ist Daikon-Rettich ein Star: eingelegt, im Eintopf, geschmort, als Beilage zu Sushi (geraspelt) und im Kimchi. Geschmort oder in der Suppe wird Rettich mild. Er passt zu Salz, Butter, Sojasauce, Sesam und Ingwer.
Kurioses zum Rettich
In Bayern ist der „Radi" Kult – auf dem Oktoberfest und in jedem Biergarten gehört der spiralig aufgeschnittene, gesalzene Rettich zur Brotzeit. Ein Volksglaube besagt sogar, dass man an den „Tränen", die der gesalzene Radi zieht, ablesen könne, wie es um eine Beziehung steht. Und in Oaxaca (Mexiko) gibt es eine „Nacht der Radieschen", an der kunstvolle Figuren aus riesigen Rettichen geschnitzt werden.
Häufige Fragen zu Rettich
Wann hat Rettich Saison?
Weißer und roter Sommerrettich von April bis November. Schwarzrettich (Winterrettich) ist durch gute Lagerung auch im Winter verfügbar.
Wie macht man Rettich milder?
In Scheiben schneiden, salzen und kurz ziehen lassen – das zieht Wasser und einen Teil der Schärfe heraus. Danach abtupfen.
Was ist der Unterschied zwischen Rettich und Radieschen?
Das Radieschen ist die kleinste Form des Rettichs. Rettich ist größer und gibt es in vielen Sorten (weiß, rot, schwarz) und Schärfegraden.
Hilft Schwarzrettich bei Husten?
Schwarzrettich-Sirup (ausgehöhlt und mit Honig oder Kandis gefüllt) ist ein traditionelles Hausmittel bei Husten und Erkältung, dank der schleimlösenden Senföle.
Was ist Daikon?
Ein milder, langer weißer Rettich aus der asiatischen Küche – eingelegt, geschmort, im Eintopf oder geraspelt zu Sushi verwendet.
Wie lagert man Rettich?
Das Grün abdrehen und die Wurzel in ein feuchtes Tuch gewickelt im Gemüsefach lagern. Sommerrettich ein bis zwei Wochen, Schwarzrettich deutlich länger.
Kann man Rettich kochen?
Ja, geschmort oder in der Suppe wird er milder und süßlicher. In der asiatischen Küche ist gekochter Daikon-Rettich sehr verbreitet.
Ist Rettich gesund?
Ja, kalorienarm mit Vitamin C, Kalium und antibakteriellen Senfölen, denen eine schleimlösende Wirkung zugeschrieben wird.
