Eine luftig-knusprige Pinsa, frisch aus dem heißen Ofen, belegt mit reifen Tomaten, cremiger Burrata und würzigem Prosciutto: In gerade mal 15 Minuten steht ein Stück Italien auf dem Tisch – leichter als Pizza und trotzdem satt machend.
Pinsa wird gern als uralte römische Vorgängerin der Pizza verkauft – tatsächlich ist die Geschichte deutlich jünger und deutlich cleverer vermarktet. Erfunden hat sie der italienische Unternehmer Corrado Di Marco, der die Marke „Pinsa Romana“ 1981 entwickelte und 2001 eintragen ließ, inklusive des Mythos vom antiken Ursprung. Was an der Pinsa aber echt und wirklich anders ist als bei der Pizza: der Teig. Statt reinem Weizenmehl kommt eine Mischung aus Weizen-, Reis- und Sojamehl zum Einsatz, die 48 bis 72 Stunden im Kühlschrank geht, statt der einen Stunde bei klassischem Pizzateig.
Das Ergebnis merkst du sofort: Die Kruste wird außen kross und innen luftig-porös, gleichzeitig liegt sie deutlich leichter im Magen als Pizzateig, weil durch die lange, kalte Gärung kaum noch Gärungsprozesse im Körper weiterlaufen. Für dieses Rezept nehme ich fertigen Pinsateig – den gibt es mittlerweile beim Italiener um die Ecke oder im Kühlregal – und konzentriere mich ganz auf den Belag: eine schnelle Tomatensauce, frische Tomatenscheiben, eine ganze Burrata und hauchdünner Prosciutto, der erst nach dem Backen obendrauf kommt. Die cremige Burrata kommt dabei genauso zur Geltung wie in meinem Burrata Sandwich.
Genau dieser letzte Schritt ist der Trick, den viele bei belegten Pizzen und Pinsen falsch machen: Burrata und Prosciutto gehören nicht mit in den Ofen. Beide verlieren im heissen Ofen ihre Textur – die Burrata wird ölig statt cremig, der Prosciutto trocken statt zart. Erst nach dem Backen aufgelegt, bleiben beide genau so, wie sie sein sollen.
Pinsa mit Tomaten, Prosciutto und Burrata im Video
Im Video siehst du, wie schnell die Pinsa vorbereitet, gebacken und belegt ist.
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Mehr InformationenZutaten für die Pinsa mit Tomaten, Prosciutto und Burrata
Wenige Zutaten, aber jede mit klarem Job. Hier die Übersicht:
- Pinsateig: Der Unterschied zur Pizza. Die Mischung aus Weizen-, Reis- und Sojamehl und die lange kalte Gärung machen die Kruste luftiger und bekömmlicher. Fertigen Teig gibt es beim Italiener oder im Kühlregal.
- Tomate: Dünn aufgeschnitten sorgt sie für frische Säure gegen die cremige Burrata. Reife, aromatische Tomaten lohnen sich hier besonders.
- Burrata: Das cremige Herzstück. Innen flüssiger Stracciatella-Kern, außen fester Mozzarella-Mantel – kommt erst nach dem Backen drauf, sonst verliert sie ihre Textur.
- Prosciutto: Hauchdünn geschnittener Rohschinken bringt die salzige, würzige Tiefe. Wie die Burrata erst nach dem Backen auflegen, sonst wird er trocken und ledrig.
- Tomatenmark: Die konzentrierte Basis der Sauce. Mit Wasser und Olivenöl verrührt ergibt es eine schnelle, intensive Tomatensauce ohne stundenlanges Einkochen.
- Rote Zwiebel: Fein geschnitten und mitgebacken wird sie mild und leicht süßlich. Normale Zwiebel funktioniert auch, ist aber etwas schärfer.
- Knoblauch: Fein gehackt auf der Sauce verteilt, gibt er Würze, ohne die Pinsa zu dominieren. Wer mag, presst ihn direkt in die Sauce statt ihn separat zu streuen.
- Parmesan: Auf der Sauce verteilt schmilzt er beim Backen und bringt eine würzige, salzige Grundnote unter den frischen Belag.
- Olivenöl: Sowohl in der Sauce als auch zum Beträufeln am Ende. Ein gutes natives Olivenöl macht hier geschmacklich den Unterschied, weil es kaum gekocht wird.
- Salz und Pfeffer: Würzen Sauce und den fertigen Belag. Am Ende noch einmal frisch nachwürzen, die Burrata bringt selbst kaum Salz mit.
- Basilikum: Frisch nach dem Backen aufgelegt, gibt er die typisch italienische Kräuternote. Getrockneter Basilikum ist hier kein Ersatz, der Frischegrad macht den Unterschied.
- Oregano: Getrocknet in die Sauce gerührt, bringt er die klassische mediterrane Würze. Frischer Oregano ist deutlich intensiver, dann sparsamer dosieren.
Tipps für die perfekte Pinsa
Zubereitung Schritt für Schritt
Hier die ausführliche Variante mit allen Kniffen. Wer schnell starten will, springt zur Rezept-Karte.
Vorbereiten
Knoblauch und rote Zwiebel fein hacken. Die Tomate in dünne Scheiben schneiden und beiseitelegen.
Warum: Alles griffbereit zu haben spart Zeit, denn die Pinsa braucht im heißen Ofen nur 5 Minuten – dann muss alles schon vorbereitet sein.
Sauce anrühren
Tomatenmark mit Wasser, einem Esslöffel Olivenöl, Pfeffer, Salz und etwas Oregano glattrühren, bis eine streichfähige Sauce entsteht.
Warum: Das Wasser verdünnt das konzentrierte Tomatenmark auf Streichkonsistenz, ohne dass die Sauce beim Backen zu flüssig wird.
Pinsa belegen
Die Sauce gleichmäßig auf dem Pinsateig verteilen, mit Knoblauch, Zwiebel und etwas Parmesan bestreuen.
Tipp: Bis zum Rand streichen, aber einen schmalen Rand freilassen, damit sich dort die typische Kruste bilden kann.
Backen
Die Pinsa im auf 250 °C vorgeheizten Ofen etwa 5 Minuten backen, bis der Rand goldbraun und knusprig ist.
Woran du merkst, dass es passt: Der Rand blubbert leicht und bekommt dunkle Flecken, der Boden lässt sich beim Anheben nicht mehr biegen.
Fertig belegen und servieren
Die heiße Pinsa mit Tomatenscheiben, Burrata, Prosciutto und frischem Basilikum belegen. Mit Olivenöl beträufeln und mit Pfeffer und Salz abschmecken.
Servier-Detail: Sofort servieren, solange der Boden noch knusprig ist und die Wärme die Burrata leicht anschmelzen lässt, ohne sie zu verflüssigen.
Variationen für die Pinsa
- Vegetarisch: Prosciutto weglassen, dafür mehr Rucola und geröstete Pinienkerne nach dem Backen.
- Käse: Statt Burrata funktioniert auch Stracciatella oder Büffelmozzarella, beide etwas fester in der Textur. Die Stracciatella verwende ich ähnlich wie bei meinem Focaccia-Sandwich mit Stracciatella.
- Schärfe: Ein paar Chiliflocken über die Sauce geben eine feine Schärfe, klassisch als „Pinsa Diavola“-Variante.
- Schinken: Statt Prosciutto crudo geht auch luftgetrockneter Speck oder Bresaola für eine magerere Variante.
Was du dazu servierst
- Rucolasalat — mit Zitronendressing als frischer Kontrast
- Antipasti — eingelegtes Gemüse oder Oliven dazu
- Trockener Weißwein — passt zur cremigen Burrata
Rezept zum Nachkochen
Hier findest du das komplette Rezept zum Ausdrucken oder Speichern – mit allen Zutaten, Schritten und Nährwerten auf einen Blick.
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Pinsa mit Tomaten, Prosciutto und Burrata
Luftig-knusprige Pinsa mit Tomatensauce, frischer Tomate, cremiger Burrata und würzigem Prosciutto.
- Gesamtzeit15 minutes
- Portionen1 1x
Zutaten
- 1 Pinsateig
- 1 Tomate
- 1 Burrata
- Prosciutto
- 1 EL Tomatenmark
- 1 kleine rote Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- Parmesan
- Olivenöl
- 1 EL Wasser
- Pfeffer & Salz
- Frischer Basilikum
- Oregano
Zubereitung
- Knoblauch und Zwiebel klein schneiden. Die Tomate in dünne Scheiben schneiden.
- Für die Soße das Tomatenmark mit Wasser, einem Esslöffel Olivenöl, Pfeffer, Salz und etwas Oregano verrühren.
- Die Soße gleichmäßig auf der Pinsa verteilen und mit Knoblauch, Zwiebel und etwas Parmesan bestreuen.
- Die Pinsa im vorgeheizten Ofen bei 250 °C für etwa 5 Minuten backen, bis sie knusprig ist.
- Nach dem Backen die Pinsa mit Tomatenscheiben, Burrata, Prosciutto und frischem Basilikum belegen. Mit Olivenöl beträufeln und mit Pfeffer und Salz abschmecken.
- Vorbereitung: 10 minutes
- Kochzeit: 5 minutes
- Kategorie: Hauptgerichte
- Methode: Backen
- Küche: Italienisch
Nährwerte
- Portionsgröße: 1 Pinsa
- Kalorien: 1380
- Fett: 68 g
- Kohlenhydrate: 133 g
- Eiweiß: 63 g
Häufige Fragen zur Pinsa
Was unterscheidet Pinsa von Pizza?
Der Teig: Pinsateig besteht aus Weizen-, Reis- und Sojamehl statt reinem Weizenmehl und geht 48 bis 72 Stunden im Kühlschrank statt nur einer Stunde. Das macht die Kruste luftiger, knuspriger und deutlich bekömmlicher als klassischer Pizzateig.
Kann ich fertigen Pinsateig kaufen?
Ja, mittlerweile gibt es fertigen Pinsateig beim Italiener, in gut sortierten Supermärkten im Kühlregal oder online. Das spart die lange Ruhezeit, ohne beim Ergebnis große Abstriche zu machen.
Wie bekomme ich die Kruste besonders kross?
Der Ofen sollte so heiß wie möglich vorgeheizt sein, mindestens 250 °C. Ein Pizzastein oder -stahl, der mit aufgeheizt wird, gibt zusätzliche Unterhitze und macht den Boden noch knuspriger.
Kann man die Pinsa auch vegetarisch machen?
Klar, einfach den Prosciutto weglassen und stattdessen mehr Gemüse oder geröstete Nüsse nach dem Backen auflegen. Burrata, Tomate und Basilikum bleiben dabei problemlos.
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