Koriander

Koriander

Koriander ist das Kraut, das die Geister scheidet wie kein anderes: Die einen lieben sein frisch-zitroniges, würziges Aroma, die anderen schmecken erstmal nur Seife. Die gute Nachricht für alle Seife-Schmecker: Das kann sich ändern – ich bin das beste Beispiel dafür. Als unverzichtbares Kraut der asiatischen, mexikanischen und orientalischen Küche bringt das frische Koriandergrün Frische und Charakter. Hier kommt alles über den Koriander: Saison, das Seifen-Phänomen, Kraut und Samen, Lagerung und Küche.

Coriandrum sativum

Steckbrief

Saison (frisch)
Mai – September
Botanisch
Coriandrum sativum
Familie / Gattung
Doldenblütler (Apiaceae)
Herkunft / Anbau
Deutschlandweit; einjährig
Aufbewahrung
kühl, im Glas Wasser oder feuchtem Tuch – wenige Tage
Besonderheit
Kraut (frisch) und Samen (Gewürz) sehr unterschiedlich; Seifen-Gen

Saison-Kalender für Koriander

  1. Jan
  2. Feb
  3. Mär
  4. Apr
  5. Mai
  6. Jun
  7. Jul
  8. Aug
  9. Sep
  10. Okt
  11. Nov
  12. Dez

Gerade keine frische Saison – ab Mai wieder.

Wann Koriander Saison hat

Frisches Koriandergrün hat von Mai bis September Freiland-Saison – es ist ein einjähriges Sommerkraut. Aus dem Topf und Gewächshaus ist es ganzjährig erhältlich. Wichtig zu wissen: Das frische Kraut (Koriandergrün) und die getrockneten Samen (Koriandersamen, ein Gewürz) schmecken völlig unterschiedlich.

Meine Rezepte mit Koriander

Wie gesund ist Koriander?

Gut zu wissen

Koriandergrün ist kalorienarm und enthält Vitamin C, Vitamin K, Beta-Carotin, Kalium und ätherische Öle. Diesen werden verdauungsfördernde und antibakterielle Wirkungen zugeschrieben. Die Koriandersamen wirken ebenfalls verdauungsfördernd. Als Würzkraut zählt vor allem das Aroma.

Das Seifen-Phänomen – und warum es nicht in Stein gemeißelt ist

Manche Menschen empfinden frischen Koriander als seifig – das ist keine Einbildung. Verantwortlich sind bestimmte Aldehyde, die auch in Seife vorkommen. Lange hieß es, daran sei ein „Koriander-Gen" (OR6A2) schuld und die Sache damit genetisch besiegelt. Das ist aber so nicht belegt: Die oft zitierte Studie liefert nur einen schwachen Hinweis, keinen Beweis – bei den meisten menschlichen Riechrezeptoren ist gar nicht erforscht, auf welchen Duft sie reagieren.

Das ist nicht nur Theorie: Mir (Benne) ging es früher genau so. Ich konnte Koriander einfach nicht essen, alles schmeckte nach Seife – und das hat mich wirklich geärgert, weil ich asiatisch und mexikanisch total gern esse und mir gewünscht hätte, dass es mir schmeckt. Ich hab's immer wieder mal probiert, und mittlerweile esse ich Koriander richtig gerne und finde ihn überhaupt nicht mehr seifig. Falls es dir also auch so geht: dranbleiben lohnt sich. Und wenn nicht, kannst du Koriandergrün im Notfall durch Petersilie ersetzen (auch wenn das Aroma ein anderes ist).

Kraut oder Samen?

Koriandergrün (Kraut)

Frisch, zitronig-würzig, polarisierend. Für asiatische, mexikanische und orientalische Gerichte. Roh und zum Schluss.

Koriandersamen (Gewürz)

Warm, würzig, leicht süßlich-zitronig, ganz anders als das Kraut. Für Currys, Brot, Eingelegtes, Lebkuchen. Mitgekocht/gemahlen.

Koriander richtig lagern

Frisches Koriandergrün hält im Gemüsefach des Kühlschranks wenige Tage, am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt oder mit den Stielen in ein Glas Wasser. Es welkt schnell, daher zügig verbrauchen. Topf-Koriander hell halten. Die Samen trocken und dunkel als Gewürz lagern.

Koriander haltbar machen

Koriandergrün lässt sich gehackt in Eiswürfeln einfrieren (besser als Trocknen, das viel Aroma kostet). Die Samen sind getrocknet lange haltbar. Auch in Currypasten (z.B. grüne Currypaste) eingearbeitet hält sich Koriander.

Koriander in der Küche

Das Kraut ist unverzichtbar in der asiatischen (Thai, Vietnam), mexikanischen (Guacamole, Salsa, Tacos!) und orientalischen Küche – in Currys, Suppen (Pho), Salaten, Chutneys, auf Bowls. Immer frisch und zum Schluss. Die Samen würzen Currys, Brot, eingelegtes Gemüse, Lebkuchen und Wurst. Das Kraut passt zu Limette, Chili, Knoblauch, Ingwer, Kokos und Erdnuss.

Kurioses zum Koriander

Koriander ist eines der ältesten Gewürze der Welt – Samen wurden sogar in altägyptischen Pharaonengräbern (u.a. bei Tutanchamun) gefunden. Sein Name kommt vom griechischen „koris" (Wanze), weil unreifes Koriandergrün für manche streng-wanzig riecht. Genau diese polarisierende Note macht ihn bis heute zum wohl umstrittensten Kraut der Welt – kaum ein anderes Lebensmittel spaltet die Menschheit so klar in Liebhaber und Verächter.

Häufige Fragen zu Koriander

Wann hat Koriander Saison?

Frisches Freiland-Koriandergrün von Mai bis September – ein einjähriges Sommerkraut. Aus Topf und Gewächshaus ganzjährig.

Warum schmeckt Koriander für manche nach Seife?

Verantwortlich sind bestimmte Aldehyde, die auch in Seife vorkommen. Oft wird ein „Koriander-Gen" dafür verantwortlich gemacht, das ist aber nicht belegt. Wichtig: Die Wahrnehmung kann sich durch wiederholtes Probieren ändern – viele gewöhnen sich daran und mögen Koriander mit der Zeit gern.

Was ist der Unterschied zwischen Koriandergrün und Koriandersamen?

Sie schmecken völlig unterschiedlich: das frische Kraut zitronig-würzig und polarisierend, die Samen warm, mild-süßlich und würzig. Das Kraut roh, die Samen gemahlen/mitgekocht.

Womit kann man Koriandergrün ersetzen?

Mit Petersilie (für Optik und Frische), auch wenn das Aroma ein anderes ist. Den typischen Koriandergeschmack ersetzt es aber nicht.

Wofür verwendet man Koriandergrün?

In der asiatischen, mexikanischen und orientalischen Küche – in Currys, Pho, Guacamole, Salsa, auf Tacos und Bowls. Immer frisch und zum Schluss.

Wofür verwendet man Koriandersamen?

Als Gewürz für Currys, Brot, eingelegtes Gemüse, Lebkuchen und Wurst – warm und mild-würzig, ganz anders als das Kraut.

Wie lagert man Koriandergrün?

Wenige Tage im Gemüsefach, in ein feuchtes Tuch gewickelt oder mit den Stielen in ein Glas Wasser. Es welkt schnell.

Ist Koriander gesund?

Ja, das Kraut enthält Vitamin C, Vitamin K und Beta-Carotin, die ätherischen Öle wirken verdauungsfördernd und antibakteriell.